Heft 
(1920) 29
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Am folgenden Tage, 6. März, fand in den Kirchen ein Dank- und Oberkonsistorialrat und Hofprediger Sack Friedensfestgottesdienst statt. hielt im Dom die Festpredigt. Die Königin und der Hofstaat wohnten der­selben bei. Die Empfangsfeierlichkeiten für den König waren für den 30. März vorgesehen. Er hatte seit dem 12. Januar 1757 Berlin nicht wiedergesehen. Der bekannte Kaufmann Gotzkowsky berichtet darüber: Da der Tag be­kannt war, an welchem Se. Majestät hier eintreffen sollte, blieb keine Seele im Hause, Alles wimmelte auf den Strassen, und von einer halben Meile ausser der Stadtmauer bis zum königlichen Schlosse hatten die getreuen Bürger, ein Jeder in seinem besten Feierkleide, schon von Morgens früh bis In die späte Nacht den Weg gebahnt, durch welchen der König seinen Einzug halten sollte. Das Verhängnis fügte es aber, dass Se. Majestät erst sehr späte Nacht hier eintreffen konnte. Ein grosser Teil der Bürgerschaft versah sich noch bei Zeiten mit Fackeln, und als man endlich von weitem die An­kunft des Königs( er kam von Frankfurt und hatte an diesem Tage das Schlachtfeld von Kunersdorf besucht) und das Gerassel der Wagen vernahm, so erfolgte ein allgemeines Freudengeschrei: Es lebe der König."

Friedrich lenkte, wie Ramler von ihm dichtet, die Ehrenbogen und gold­behängten Rosse aus. Noch lasteten die sieben Jahre des Krieges auf seiner Seele, und der Besuch des Schlachtfeldes war wohl geeignet, sein Herz mit traurigen Erinnerungen zu füllen und es dem Glanze, wie jeder lauten Freude Am folgenden Tage empfing er an diesem Tage unzugänglich zu machen. erst die Deputationen und nahm die Glückwünsche in Empfang. Am 4. April fand schliesslich eine grosse Illumination statt, bei der es auch an zahlreichen inschriften mit Berliner Witz nicht fehlte.

W. v. W.

Schriftleitung: Dr. Albert Kiekebusch, Abteilungsvorsteher am Märkischen Museum, Berlin S. 14.

Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten Druck von Julius Bahlke, Berlin S. 14, Stallschreiberstr. 4.

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