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Märkische Geschichte
Märkische Geschichte
im Rahmen brandenburgischer Heimatkunde.
Von Bibliothekar Dr. Willy Hoppe.
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Die Wenigsten von uns, die wir an unserer märkischen Heimat mit Liebe hängen, verdanken der Schule ihre Kenntnisse vom Brandenburger Lande. In uns selbst erwachte plötzlich das Sehnen, unseres Mutterbodens Vergangenheit zu kennen und aus ihr die Gegenwart zu begreifen. Hier und da half wohl einmal einer, dem es in seiner Jugendzeit ebenso ergangen war, aber die Schule stand solchem Streben im allgemeinen fern.
Es ist in letzter Zeit besser geworden. Daß sich die Dinge aber noch ganz anders gestalten müssen, daß durchaus planmäßig eine Förderung der Heimatkunde einsetzen muß, hat, insbesondere für die Provinz Brandenburg, Dr. Albert Kiekebusch mit beredten Worten kürzlich in dieser Zeitschrift dargetan, ja, er hat sogar einen Weg gewiesen, auf dem man das Ziel erreichen kann: durch ein Institut für Heimatkunde.
Von vornherein müßte dort die Geschichte den anderen Lehrfächern, der Vorgeschichte, der Erdkunde, der Geologie, der Naturwissenschaft usw. gleich gewertet werden, die Geschichtslehre, die nach Kiekebuschs Plan mit Recht zugleich Geschichtsforschung sein muß. Man wende nicht ein, daß Heimatgeschichte bereits auf der Universität gelehrt werde. Ich verfolge seit Jahren die Vorlesungsverzeichnisse der deutschen Universitäten. Auf den preußischen wird Landesgeschichte, Provinzialgeschichte entweder überhaupt nicht gelesen ( und das ist meist der Fall), oder eine Vorlesung findet ganz vereinzelt einmal statt. An der Universität Berlin z. B. ist speziell brandenburgische Geschichte wohl seit Jahrzehnten nicht mehr behandelt worden. In den letzten beiden Jahrzehnten tauchte sie nur im Rahmen eines großen Kollegs über brandenburgisch- preußische Geschichte auf, und hier bildete die brandenburgische Geschichte abgesehen von einem und zwar einem außerordentlich tief schürfenden Dozenten nur den Auftakt. Indessen selbst bei diesem trat die politische, die Regenten-, die Verfassungsund Verwaltungsgeschichte in den Vordergrund, alle anderen Erscheinungen märkischer Vergangenheit mußten in einem derartigen Kolleg notgedrungen nahezu unbeachtet bleiben.
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Als sie
Aehnlich steht es mit der Erforschung märkischer Historie. Im Jahre 1837 wurde der Verein für Geschichte der Mark Brandenburg gegründet. Männer wie Ledebur, Riedel u. a. haben ihn anfangs sehr gefördert; eine eigene Zeitschrift ,, Märkische Forschungen" bot reichen Stoff. Es kamen Jahre, ja Jahrzehnte, in denen der Verein ziemlich versandete. Die Zeitschrift erschien mit Unterbrechungen. 1888 wieder regelmäßig zu erscheinen begann, da waren aus den Märkischen Forschungen"" Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte" geworden. Sie lieferten wohl hier und da sehr brauchbare Beiträge zur Provinzialgeschichte; entscheidend ist aber immer der zweite Teil ihres Titels geblieben, nicht zum wenigsten durch die anregende Persönlichkeit des Vereinsvorsitzenden Gustav Schmoller. des verdienten Förderers der Acta Borussica und damit der preußischen Verwaltungsgeschichte, der dem Vereine stark seinen Stempel aufdrückte. Damit war aber auch größeren Veröffentlichungen darstellender oder editorischer Art keine einheitliche Richtung auf das Märkische gewiesen;