Heft 
(1920) 29
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Grenzen des ehemaligen Landes Lebus

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In seiner Erwiderung, die Ledebur den Ausführungen Worbs' un­mittelbar folgen läßt'), hält er an der Annahme von Karausch für Carasne und der Oelse für Osora fest.

Als vierter Erklärer der die Grenzrichtung enthaltenen Stelle der Urkunde von 1336 tritt 1835 Th. Scheltz, der Pfarrer von Tzschecheln, hervor), ohne jedoch wesentlich neue Gesichtspunkte für die Bestimmung der geographischen Namen beizubringen. Er wandelt bedächtig die von seinen Vorgängern betretenen Pfade: nimmt mit ihnen die Kontopmühle, den See bei Treppeln und Lindo an, hält mit Wohlbrück und Worbs an Karras bei Friedland fest und erklärt Powodtitus, auch Osora und Pre­lauki für unbekannt.

Ganz anders der gelehrte Stadtrichter von Luckau, C. S. G. Gallus), der 1838 auf dem Plan erscheint und in keckem Anlauf gleich das anscheinend so wohl begründete Kontop- Problem über den Haufen zu werfen versucht. Da die Kontopsche Mühle auf dem rechten Oderufer liege, die Urkunde von 1336 aber Konotope ausdrücklich auf das linke Ufer verweise, so können beide nicht identisch sein. Die Annahme, daß die Oder dort früher einen anderen Lauf gehabt habe, erklärt er für ,, zu gewagt und ohne Beweis". Konotope ist nach ihm eine Verstümmelung von Konotorpe= Kunersdorf. Den See bei Treppeln für den oberen See Tribule läßt er gelten, dagegen ist Lipa entweder Lübbinchen bei Guben oder ,,, was noch weit mehr für sich hat", Lindo bei Friedland. Powodtitus erkennt er in dem Dorfe Fehro wieder, das noch heute( 1838) von den Wen­den prawos genannt werde und einen Ort bedeute, der an einem Flusse lag. wo eine Furt oder Ueberfahrt war und man vielleicht mit einer Fähre übersetzte. Carasne ist Karras bei Friedland. Größere Schwierigkeiten bereitet ihm die Bestimmung von Osora. Da Osero oder Ozero, wendisch Jasor, der See heiße, so sei Osora also entweder ein See oder eine Ort­schaft an einem See gewesen, und Jessern am Schwieluchsee sei mit ,, viel Wahrscheinlichkeit" der gesuchte Ort, oder aber der Schwieluch selbst, der größte See in der Niederlausitz, den man ,, damals geradehin deshalb nur den See nannte". Freilich hält Gallus diese Ansicht nach dem Sinne der Urkunde nicht über allen Zweifel erhaben". Nach der Urkunde müsse Osora nämlich nicht seitwärts von Karras, sondern nördlich davon ge­legen haben, und deshalb nimmt er für Osora Oelsen am gleichnamigen See an. In seinem Erklärungseifer wagt sich Gallus dann auch noch an die Bestimmung des von allen seinen Vorgängern unerklärt gebliebe­nen Prelauki. Auch dieser Name ist nach ihm eine Verstümmelung, und zwar von Bräsanki oder Präsanki, und da Bräsa Birke ist, so sieht er sich in der Gegend nördlich von Oelsen nach einem Orte mit ähnlichem Namen um und stößt, nachdem er Briesen, als nicht an der Spree ge­legen, verworfen hat, auf Birkenbrügge( Berkenbrück) an der Spree. Damit glaubt er mit Wohlbrück übereinzustimmen, welcher diesen Punkt( nämlich Prelauki) mit Recht nördlich in der Gegend des Hangels­berger Forstes sucht". Dann fährt er wörtlich fort: Von Birkenbrücke nimmt die Spree eine mehr westliche Richtung, und konnte als Grenz­marke nicht mehr dienen, daher macht die Urkunde einen kleinen Sprung auf Letinti, d. i. die Lecknitz, von hier auf die Stober, und letztlich auf die im Laufe der Zeit verschwundene Oderitz, Odrizam, deren ausgetrock­

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1) Allgem. Archiv f. d. Geschichtskunde des Preuß. Staates. VII, 66-74. 2) Noues Lausitz. Magazin. XIII, 193-212.

3) Beiträge z. Geschichts- u. Altertums Kunde der Nieder- Lausitz. II, 126-134.