Heft 
(1920) 29
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Grenzen des ehemaligen Landes Lebus

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In neuester Zeit( 1904) hat Wilhelm Anton Wegener ,, Die Grenzen des Landes Lebus" zum Gegenstand einer besonderen Abhandlung ge­macht.¹) Auch er hält an der Kontop- Mühle fest, geht von dort zum kleinen Treppelsee und zieht dann die Grenzlinie in südwestlicher Rich­tung ,, nach dem bei Reudnitz gelegenen Vorwerk Weichensdorf, urkund­lich auch Weichersdorf genannt", das er also, freilich ohne nähere Be­gründung für Powodeicers setzt. Lypa hält er für ein in Beeskower Urkunden ,, die Liepe oder Leipe" genanntes, südlich dieser Stadt gelege­nes Grenzterrain mit einem See, dem Leipsee, wo früher von Osten her bei Kummerow eine Furt über die Spree geführt haben soll. Corasno hält auch er für Karras, während er für Splawe das im Kreise Beeskow­Storkow gelegene Dorf Glowe setzt, und zwar ebenfalls ohne Angabe von Gründen. Osdra ist das Oelsefließ, von dessen Einmündung in die Spree bei Beeskow nun die Grenze inmitten der Spree bis Fürstenwalde geht, für das, nach ihm, Prelauki ein älterer Name gewesen zu sein scheint. Dies folgert er aus dem Namen des nördlich von Fürstenwalde, aber nicht an der Spree, gelegenen Vorwerks Palmnicken ,,, welches früher mit Fürstenwalde vielleicht denselben Namen gehabt hat". Dann sprang dort, wo ,, die Spree hinter Fürstenwalde die Biegung nach Westen macht", die Grenze zur Löcknitz über und ging längs der Köppernitz und Stobberow bis zur Oderitz, die, nach ihm, aus der im Norden von der Stadt Lebus gelegenen Gegend kommt, in nordwestlicher Richtung durch das Oder­bruch geht und nördlich von Wriezen in die alte Oder mündet.

Schließlich hat Curschmann2) die Grenzfrage behandelt, soweit sie in den Rahmen seiner gründlichen Arbeit gehört, d. h. soweit die Grenzen der Diözesen Brandenburg und Lebus in Betracht kommen, und gerade um deswillen dürfen wir an ihm nicht vorübergehen, weil er den Grenzpunkt Prelauki, dessen Bestimmung wir uns zum Ziel gesetzt haben, eingehend gewürdigt hat. Aber auch er kommt nicht zu einem ent­scheidenden Ergebnis. Nach dem Wortlaut der Urkunde, meint er, müßte Prelauki bei Erkner gesucht werden, weil dort die Löcknitz durch den Flaken- und Dämeritz- See mit der Spree in Verbindung steht. Daneben komme wohl noch die Stelle in Betracht, wo am Ende des Hagels­berger( lies: Hangelsberger) Forstes Spree und Löcknitz bis auf kurze Entfernung sich nähern.

Soweit die Erklärer der beiden Urkunden.- ,, So viel Worte über so wenig Wörter!" könnte man leicht mit Berghaus ausrufen, wenn man nicht wüßte, wie wichtig eine genaue Festlegung der damaligen Grenzen ist, und wenn nicht jeder, der sich eingehender mit dieser Grenzfrage befaßt hat, erfahren hätte, wie überaus anregend und anziehend diese Be­schäftigung ist.-

II.

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Doch machen wir uns jetzt an die Lösung der uns gestellten Aufgabe, nämlich an die Bestimmung der Grenzmarke Prelauki und des Punk­tes, wo die Grenze von der Spree zur Löcknitz übersprang! Hören wir noch einmal, was die beiden Urkunden von 1249 und von 1336 über diesen Grenzabschnitt sagen: ,, De Osdra Sprewa fluvius per medium usque in Prelauki. Item ubique in Lecnici." und ,, Von Osora das halbteydel des wazzers der Sprewa bez tzu Prelauki. Vort mer bez tzu Lecniti. Wir haben also von Osdra oder Osora auszugehen. Mag dies nun das 1) Brandenburgia. XII, 25 ff.

2) Fritz Curschmann, Die Diözese Brandenburg. Leipzig, 1906. S. 209 ff.