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W. v. Schulenburg
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Putzemummel. Der S. erscheint in der Woche, auch zwei, drei Wochen vor Weihnachten. Er erscheint vermummelt, verkleidet. Größere Kinder gehen selbst als solcher umher. Acherer- und Bühler- Tal am Schwarzwald; seid artig, sonst kommt das Bemandl, oder: der Klaufauf, oder: die das Putenmandl, Loipl bei Moa, Hintersee bei Ramsau, Oberbayern; Berchtesgaden 5);- der Mummatsch, Putzig, Westpreußen; der Bubu, hat einen schwarzen Bart, Böhnhof, Kreis Stuhm; dat is dei schwart Mann, dei nimmt Di mit, oder: do sitt dei Dübel, Neu- Kodramm, Wollin;- Baubau, Spirtingsee, Ostpreußen oder(?) Gegend von Mitau; artig, sonst kommt der Belzebuck, darunter verstand man einen verkrüppelten Mann, Schönlanke, Westpreußen; artig, sonst kommt der Ruklas, Demmin, ( bePommern; sonst nehmen Euch die Pungeljuden mit, Thorn; sonders zu Weihnachten) seid artig, sonst kommt der Kerl, isch so wo eim' mitnimmt, oder: der Belznickel, Dörfer bei Baden und im Murgtal; kommt der Bobatsch, Pelznickel kommt, Stadt Baden, Lichtental; Osterode bei Marienwerder:- der Mummun, Dresden; Bummelux, Groß- und Klein- Viel, Mecklenburg- Strelitz; der Bużebau, Tilsit;- am 6. Dezember kommt der Klauwau und droht den Kindern, und nach ihm kommt der Niklas, Innsbruck; der Beelzebub ängstigt die Kinder zu Weihnachten, Hohenkirch bei Thorn. Wenn das Kind die Füße nicht reinmacht, beim Eintritt in das Haus: der Fetscheraper( Fußkratzer) kommt, der schrabt Euch nu ab. Dabei dachte man an Bettelleute, die lumpig sind, Beinuhnen, Kreis Darkehmen. Wenn es dämmrig, schummrig ist, sagt man: Geh nich raus, der Huckeluck kommt, der nimmt Dir mit. Das ist der Schwarze, weil alles duster und schummrig ist. Beinuhnen.
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Wenn die Kinder auf dem Lande in den Roggen gehen wollen, um Kornblumen( Centaurea Cyanus) zu suchen, wobei sie, wie sehr oft erwachsene Großstädter, das Korn zertreten, oder in die Schoten" oder grünen Erbsen, um diese zu naschen, oder ans Wasser, wobei sie Gefahr laufen zu ertrinken, Diese so schreckt man sie ebenfalls mit Namen von Schreckgestalten ab. gehören zumteil der alten Geisterwelt an, vielleicht manche, die vormals gebraucht wurden, der Götterwelt.
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In der Mark: Kinder, jeht nich in Roren, trampelt den Roren nich in, då kommt die Rorenmuome, Kummersdorf, Kreis Teltow; da sitzt die Roggenmüne, Selbelang, Kreis Westhavelland; got nich in den Roggen, - då sitt de Wolf, denn kümmt de Roggenwulf, Schmolde, Ostprignitz; Ost- und West- Sternberg, Neumark; ist der Wolf, Neuwedell, Kreis Arnswalde; Kinda, got då nich rin nå den Rogge, då is de Roggen wulf inn, die Kornmiene, Dahlem, de frett Ju up, Plattenburg, Westprignitz;- Kreis Teltow;-nicht ins Korn, die Roggenmiene sitzt drin. Wilmersdorf bei Berlin; Korn, da kommt der Sichelmann, Groß- Leuthen, Kreis Lübben; da steht das Gespenst, da ist die sserpowniza)(= die Sichel
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5) In Berchtesgaden gehen auf Nikolas beim Putenmandllaufen zusammen der Nikolo und das Puten mandl, anderswo der Klaufauf, und erschrecken die Kinder.-- Nach Panzer( Bayrische Sagen) wohnte bei Bark in einer Höhle an einem unterirdischen Gange die Moi( Maria)"; geht ein unterirdischer Gang in der Schlucht, genannt das Frauenloch, wo die drei wilden Frauen waren, bis zum Einödshof des Bauern Moier bei Pfaffing; wird( 1848) in Aislingen zum Andenken an die drei Moje alle Samstag in der Kirche gebetet"; wohnte in dem Meuenloch bei Burg in Schwaben, einer Höhle, jetzt eingefallen, angeblich bis unter die Kirche reichend, auch Brühlloch genannt, das Brühlweibchen in schwarzem Kleide, mit weißem Schleier, erschreckte unfromme Buben und Mädels und Kinder. Vergl. die Meuen bei Schlochau. 6) sserp heißt die Sichel( früher die gezahnte). Sserpowniza scheint gebildet nach pschespołdniza Mittagsfran, Mittagsscheuche; ähnlich erscheint die sserpribaba u. a. m.