Heft 
(1920) 29
Seite
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Buchbesprechung

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1910) nachzutragen, und bei einer neuen Auflage wäre neben Erich Marcks' Ostdeutschland in der deutschen Geschichte"( Leipzig 1920) K. Hampes eben erschienene Zusammenfassung Der Zug nach dem Osten. Die koloni­satorische Großtat des deutschen Volkes im Mittelalter"( Aus Natur und Geisteswelt Bd. 731, Leipzig und Berlin 1921) zu nennen.

Dr. W. Hoppe( Berlin- Friedenau).

Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus aska­nischem Hause. Lief. 5( Veröffentlichungen des Vereins für Geschichte der Mark Brandenburg). München u. Leipzig, Duncker& Humblot 1920. S. 321-400. 4°. M. 16,50.

Nach längerer Pause beschert uns Krabbo wieder eine Lieferung seiner Regesten, d. h. der Auszüge aus Urkunden, die die märkischen Askanier ausgestellt haben oder in denen sie erwähnt werden. Da auch die Nachrichten der Chroniken und Briefe einbezogen sind, erhält der Freund der märkischen Geschichte hier eine sehr übersichtlich geordnete Zusammenstellung des Materials zur Geschichte der einzelnen Glieder des bedeutenden Herschergeschlechtes. Die vorliegende Lieferung umfaßt die Zeit von 1281 Mai 1 bis 1290 De­zember 5. Wer irgend eine Nachricht zur Askaniergeschichte sucht, wird sie in diesem peinlich genau gearbeiteten Werke finden, und er wird durch die reichen Literaturangaben weiter geleitet werden. So vermag das Werk auch dem Laien zu nützen, der vor dem schweren Quellenstoffe nicht zurückscheut. Dr. W. Hoppe( Berlin- Friedenau).

Joachim Kurt Niedlich: Deutscher Heimatschutz als Erziehung zu deutscher Kultur. Hsgeg. v. Friesenbund. Leipzig, Dürrsche Buchhdlg. 1920. 20 M. Ein sehr wertvolles Buch! Vielleicht eines der wertvollsten, die bis jetzt über Heimatschutz geschrieben worden sind. Der Verfasser bemüht sich, den umfangreichen Stoff möglichst vielseitig zu behandeln, und so wird beinahe jeder in dem Buche reiche Belehrung finden. Literaturangaben weisen den Weg zu weiterem Eindringen in den vielen so Die zahlreichen fremden Gedankenkreis. Das deutsche Volk der Neuzeit besitzt keine Kultur mehr, trotzdem sein Ahnenvolk einst eine sehr hohe Kultur besaß." Der erste Teil dieses Satzes ist eine furchtbare Anklage. weisen, werden weit verbreitete Aeußerungen der Unkultur herangezogen. Ihre Berechtigung zu er­von dem brandgemalten Starkasten als Staubtuchhalter und dem neben einer malerischen Ruine erbauten Hotel bis zur Minderwertigkeit unserer bisherigen Unterrichtsmethoden und der Unwissenheit der Volksgenossen in Dingen, die deutsche Vergangenheit, deutsches Werden und deutsche Kultur betreffen. Unbarmherzig werden Schwächen ans Licht gezogen und mit harten Worten gegeißelt. Kultur bedeutet sowohl Einheit zwischen Ausdruck und Wesen wie Einheit des Ausdrucks in allen seinen Teilen". von, Außen- und Innenarchitekten" zusammengestellten Schloß hat Zivilisation, Ein Parvenu in seinem aber nimmermehr Kultur." So wird denn geschickt und zumeist treffend jede Sünde wider den Geist deutscher Kultur gebrandmarkt und allem Un­echten, Unharmonischen, jedem Kitsch mit vollem Rechte der Krieg erklärt. ,, Erziehung zu deutscher Kultur ist der Weg zu deutschem Bewußtsein, d. h. der Weg zu deutscher Wiedergeburt." Was der Verfasser über die Pflege der deutschen Sagen und Märchen, was er über Persönlichkeits-, Familien-, Stammes- und Volkskultur sagt, das muß in weitesten Kreisen Zustimmung finden, und die letzten Kapitel über Schulerziehung werden hoffentlich freudig aufgenommen werden von allen, die es noch besonders angeht. Ueber die

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