Buchbesprechung
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Fühlung hatte. Seine Lücken wären dann unmöglich gewesen, und er hätte der guten Sache doch sehr nützen können. So ist auch das ein Widerspruch zwischen Ausdruck und Wesen."
Aber trotz allem, was wir nicht verschweigen konnten:- Hier schlägt das Herz eines warmen Freundes der Heimat, eines echt deutschen Mannes für sein Land und für sein Volk.„ Es wird auch einst wieder eine alles Leben durchdringende deutsche Kultur geben, wenn ihr alle Hand anlegt. Nicht erbauen zu schönen Gefühlen soll euch das Büchlein, sondern sacksiedegrob aufrütteln zur Tat. Dir selbst gilt alles, was zu Schmach und Schande gesagt ist." Recht so! Das ist der einzige Weg zum Wiederaufbau! Dr. A. Kiekebusch.
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Lob der Armut von Wilh. Vesper u. Paul Fechter. Mit 45 Wiedergaben nach Vorbildern u. 7 Abbild. n. Federzeichnungen von Käthe u. Gust. Wolf. Vorwort von Werner Lindner. 1. Buch von Werk u. Feier. Bücher von deutscher Art und Arbeit." Furche- Verlag, Berlin 1921. 20 M. Dieses erste Buch der vom Deutschen Bunde Heimatschutz herausgegebenen Reihe leitet die Sammlung gut und würdig ein. Ein schönes Buch! Nur der Titel ist falsch. ,, Lob der Einfachheit" wäre treffender, wirksamer und- einfacher gewesen. In Vorwort und Text hätte man es nicht nötig gehabt, Mißverständnisse abzuwehren, die nur der Titel verschuldet hat, und über Segen und Schönheit der Armut hätte das viele Gute, das sich im Buche findet, trotzdem gesagt werden können. Die zahlreichen, sorgfältig und liebevoll ausgewählten Abbildungen sprechen für sich und geben jedem denkenden Leser eine anschauliche Erläuterung der Ausführungen; dennoch wäre eine mindestens lose Verknüpfung mit dem Texte wünschenswert gewesen. In den nächsten Büchern der Reihe wird der Heimatschutz dem Volke gewiß auch greifbarere Vorschläge zur Umgestaltung unserer Lebensformen zu machen haben. Diese mehr philosophische Betrachtung wird nicht bis hinein in die letzten Häuser und Herzen des kleinsten Dorfes wirken, die sich der Heimatschutz doch auch erobern will.
Im übrigen steht das Buch auf der Höhe. Tief durchdrungen von der Not des Volkes, in klarer Erkenntnis der Ursachen des Zusammenbruchs suchen die Verfasser den rechten Weg zum Aufstieg. Goldene Worte sind da geprägt worden. Wärme des Herzens, Tiefe des Gemütes und Schärfe des Geistes sprechen fast aus jeder Zeile. Wer das Buch liest, wird die Pflicht zum Stolz auch im Unglück erkennen." Und das wäre vielen, vielen Deutschen innig zu wünschen. Dr. A. Kiekebusch.
Kleine Mitteilungen.
Im Dezember 1920 ist im Vortragssaal des Märkischen Museums der Reichsbund Heimatschule gegründet worden. Heimatkunde in der Schule der Zukunft die Stellung zu verschaffen, die ihr Seine Aufgabe ist, der zukommt. Zeitschrift des Bundes ist die Halbmonatsschrift Die Heimatschule", herausgegeben von Heuler- Würzburg und Ratthey- Berlin( Verlag Kortkamp, Langensalza). Der Reichsbund Heimatschule hat sich die Gedankengänge der im Monatsblatt der„ Brandenburgia" erschienenen Arbeit von Dr. Kiekebusch( Heimatkunde und Schulreform 1919 S. 101) zu eigen gemacht und in einer Eingabe an das Reichsministerium des Innern und die Unterrichtsministerien der einzelnen Länder die Gründung von Heimatinstituten gefordert.