Heft 
(1921) 30
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Das norddeutsche frühhistorische Schwein

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nicht erfolgt. Es soll daher an Hand des zu Gebote stehenden Materials untersucht werden,

1. welche Schweinerassen aus der Mark als vorhanden nachweisbar sind,

2. ob das norddeutsche Torfschwein mit dem der Schweizer Pfahlbauten stammesverwandt ist.

Die zu beschreibenden Objekte bestehen aus im Stadtkreis Berlin und in unmittelbarer Nähe desselben bei Erdbewegungen gemachten Funden, welche in der naturwissenschaftlichen Sammlung des hiesigen Märkischen Museums enthalten sind. Als gelegentliches Vergleichsmaterial und Beweis für rezente. Rassen dienen Stücke aus den Sammlungen der Landwirtschaftlichen Hoch­schule und der Forstakademie Eberswalde.

Aus der Sammlung des Märkischen Museums stammen:

Schädel 1, Kat.-Nr. A III 8697 I m.*), ca. 4 Jahre alt. Mäßig gut er­haltener Schädel ohne Nasenbein und bis zu den Caninalveolen weggeschlagenem Schnauzenteil. Gefunden in Lehmboden bei Ausschachtungsarbeiten an der Stelle der früheren kurfürstlichen Mauer, Neue Friedrichstr. 88.

2. A III 3697 II m. ca. 32 Jahre alt. Gut erhaltene rechte Schädel­Fundort ebenda.

hälfte.

3. A III 304 w.") ca. 8 Jahre alt. Schädel, Schnauzenteil bis P 3 fehlend. Gefunden in 3 m Tiefe in Mergeltonboden an der Stelle des ehemaligen 2. Stadtgrabens vor den Häusern Spittelmarkt 7-8.

4. A III 1978 m. ca. 4 Jahre alt.

im Moor von Kienwärder bei Treptow.

Schädel mit Unterkiefer, gefunden

5. A III 75 w. ca. 5 Jahre alt. Gut erhaltener Schädel, gefunden im Danewendsee bei Stralau gelegentlich Zuschüttungsarbeiten durch Heraus­drücken des moorigen Untergrundes.

6. A III 2029 m. ca. 6 Jahre alt.

Gefunden in Kiesboden beim Bau

der Turnhalle hinter der Klosterkirche, Neue Friedrichstr. 88. Gesichtsteil vor M 3 schräg weggeschlagen.

Gehirnschädel bis zum Tränenbeinansatz

7. A III 370 anscheinend w. reichend. Gefunden im Steinbruch bei Lüssow. 8. Ohne Kat.-Nr.( 5/ I) w. Etwa 3 Jahre alt. beine, gefunden in Mergeltonboden beim Bau der Alexanderplatz.

9. Ohne Kat.-Nr.( 4/ II) w. alt. bekannt.

Schädel ohne Nasen­Untergrundbahn am

Fundart( anscheinend Torfboden) un­

10. Ohne Kat- Nr.( 1/11) m. alt. Gut erhaltener Schädel mit Unter­kiefer. Fundort( Sandboden) unbekannt.

11. A III 149 w. alt. Schädel ohne Nasen- und Zwischenkieferbeine. Gefunden in Torfboden zusammen mit dem 12.- 13. Jahrhundert entstammenden Artefakten beim Bau eines Hintergebäudes, Stralauerstr. 39.( Vgl. Abb. 1, S. 15) 12. A III 555 m., 6 Jahre alt. Fundort wie A III 75.

13. u. 14. Aus der Sammlung der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin stammen Nr. 3336 u. 4332. Die Schädelstücke, von Nehring selbst als s. scr. nanus bezeichnet und signiert, sind in Triebsees( Pommern) in Torfmoor gefunden worden, und bereits im einleitenden Teil erwähnt.**)

Die Schädel aus der Sammlung Eberswalde stammen von rezenten Wild­schweinarten. Die vergleichenden Maße werden in der allgemeinen Tabelle nicht angeführt, gelegentlich jedoch benutzt werden.

*) m.= männlich, w.= weiblich.**) Vgl. Abb. 2, S. 15.