Heft 
(1921) 30
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Karl Rickmann

Für die nachfolgende Tabelle sind im wesentlichen die von Nehring ge­brauchten Schädelmaße verwendet und Rütimeyers und Duerst's Ausmessungen des Torfschweinschädels vergleichsweise in Rubrik 15 u. 16 hinzugefügt.

Maß 12 nach Pira, jedoch mit der Abänderung, daß nicht die Ent­fernung vom Hinterrand der Orbita, sondern vom Hinterrand des Proc. zygo­maticus des Stirnbeins bis zum Vorderrand des Flügelfortsatzes des Occiput*) derselben Seite als Maß gewählt ist.

Die Nehringschen Abmessungen in Bezug auf s. scr. nanus mußten, um mit den hier allgemein gebrauchten ins Verhältnis gesetzt werden zu können, mehrfach geändert werden: insbesondere trifft dies auf die Masse 11, 13-16, 18, 26-28 zu. Der obere Rand des Tränenbeines ist von Nehring einschließ­lich der tief in die Furche zwischen Stirn- und Oberkieferbein einspringenden Spitze gemessen und deshalb, weil nach Pira darin nur eine individuelle Eigentümlichkeit zu sehen ist, um den 9,5 mm betragenden Teil der Spitze geringer bestimmt.

Betrachten wir nun die einzelnen Schädelmasse an Hand der Tabelle, so finden wir eine Zusammengehörigkeit für die Exemplare 1-7, 8-10, 11 und 12, demnach drei Gruppen.

Zunächst die erste. Die Stirnlängen in Verbindung mit der Jochbogen­breite und den Hauptlängenmaßen deuten auf einen stark gestreckten und kräftig entwickelten Schädel hin. Die Tränenbeine sind viel länger als hoch, die Höhe derselben im Augenhöhlenrand beträgt annähernd die Hälfte der unteren, mit dem Cberkieferbein und etwa ein Drittel der oberen, mit dem Stirnbein verbundenen Seite, bei Schädel 6 sogar weniger. Die Tränenbein­indices ergeben:

resp. 1,95; 1,54; 1,67; 1,64; 1,73; 2,1; 1,67.

Die Backzahnreihen stehen annähernd parallel, die Breiten 16 und 18 zu­sammengenommen in Vergleich mit Schädel 8-15 sind teilweise bedeutend

größer.

In den Längen der Backzahnreihen und vornehmlich des M 3 zeigt sich. der Unterschied gegenüber den übrigen Schädelgruppen, in der Gesamtlänge wie in den einzelnen Teilmaßen, am deutlichsten.

Nun zur Vergleichung der Schädel selbst.

Die Stirnflächen sind fast eben, ohne merkliche Senkung in der unteren Stirnhälfte; die Scheitelbeine bilden mit geringen individuellen Verschieden­heiten Winkel von 65° bis 72° mit der aufsteigenden Schuppe des Hinter­hauptsbeines.

Die Spitze des proc. zygomaticus des Stirnbeines steht überall hinter. der Naht, welche vom Jochbogen und dem Jochbogenfortsatz gebildet wird. Am wichtigsten ist die Stellung des M 3 zum Vorderrande der Orbita. Dieser steht mit seiner Hinterkante zu einer durch den Vorderrand der Orbita gefällten Senkrechten bei den Schädeln 1-6, welche Messungen ermöglichen, durchweg vor dieser und zwar resp. ca. 6; 24; 4; 3; 18; 5 mm.

Vergleichen wir damit die rezenten Wildschweinschädel, so sehen wir dort die im Vorigen hervorgehobenen Charakteristika widerholt. Es handelt sich also bei den Schädeln der ersten Gruppe 1-7 um solche von Wild­schweinen. Wir bemerken aber zugleich aus den Differenzen in den einzelnen Massen und den sich daraus ergebenden Proportionen, was Nathusius hervor­gehoben hat, nämlich, daß abgesehen von der gestreckten Form des Tränen­beines und der Stellung vom M 3 zur Orbita Längen- und Breitenmaße beim Wildschwein sich in weiten Grenzen bewegen.

*) Alae occipitis der Anatomen.

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