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Karl Rickmann
Beim jüngeren Tier liegt der hintere Rand des tuber maxilare der äußeren Fläche des aufsteigenden Teils des Gaumenbeines seiner Seite innig an, solange der Zahnkeim des M 3 wie ein dicker Wulst noch in der Beule des Oberkiefers steht. Nach Heraustreten des M 3 wird dieser Wulst flacher, der canalis pterygopalatinus. bisher ein wagerechter Schlitz, bekommt zunächt querovale, dann halbrunde Form. Die Oberkieferbeule löst sich von dem aufsteigenden Teil des Gaumenbeins ab, dergestalt, daß die hintere Kante derselben, eine scharfe Knochenleiste, welche bis dahin dem Flügelfortsatz des Keilbeins nach außen hin anschloß, allmählich frei wird und an Länge sowie etwas an Stärke zunimmt, dadurch den knöchernen Gaumen mit einem scharfen Rand hinter M 3, verlängernd. Daraus folgt, daß M 3, welcher nach seinem Durchtritt mit der Hinterkante in gleicher Ebene mit dem Rande des Gaumenausschnittes stand, in späterem Alter mehr und mehr nach vorn rückt, dadurch den Zwischenraum der ersten beiden Punkte vergrößernd. Hier ist also die Stelle zu suchen, an welcher sich dieser Teil des Schädels noch im zunehmenden Alter verlängert, ohne jedoch im Uebrigen die Stellung des M 3 zur Orbita zu beeinflussen.( Vgl. Abb. 4, S. 16)
Bei einer Vergleichung des Alters der vorliegenden Schädel mit den resp. Rubriken in Maß 17 ergibt sich, daß die Zunahme des oben erwähnten Zwischenraumes zunächst schneller, später langsamer vor sich geht. Sie beträgt: mit 3 Jahren
وو
19.
etwa 0 3
mm,
4
7
وو
وو
9-10,
" 2
14 16-17,
وو
31/2
im 4. Lebensjahre
5.
"
6.
"
22
وو
גג.
وو
وو
وو
8.
"
" 9
10.
وو
دو
im schätzungsweise 12. Lebensjahre bei völlig abgekauten
Molarflächen 19-20 mm.
Die Erscheinung ist unabhängig von kräftigerer oder schwächerer Ausbildung des Schädels, mithin als Altersbestimmung ohne Zuhilfenahme der Usurflächen zu benutzen.
Nun zu den beiden Schädeln der dritten Gruppe.
Den Längenmaßen nach kleine, verhältnismäßig langstirnige Exemplare, im Basilarteil des Schädels den Wildschweinen nicht nachstehend, im Bau des Hinterhauptes( Maß 11 und 19) an diese erinnernd. Die Stirnbreite ist im Verhältnis zur ganzen Schädellänge relativ größer als beim Wildschwein: es verhalten sich die Breiten zur ganzen Länge:
A III 3697 m. II= 12,5: 3,2: 4,1
a
fl
H
A III 555 m.
1: 2,5 3,4 4,3
A III 75 W.
1: 2,7 3,3 4,8 : = 1: 2,172,9 3,8, das heißt
A III 149 W. Schädel 11 ist relativ breiter in allen Massen( w.). Schädel 12 ebensobreit in den Jochbogen und nur wenig schmäler in den Stirnmassen( m.). Bei Vergleichung der Längen von Stirn- und Scheitelbeinen( Maß 20 und 21) fällt der Unterschied der Rassen noch einmal deutlich ins Auge: Wildschwein: Stirnbeine länger, Scheitelbeine kürzer,
Hausschwein: Stirnbeine kürzer, Scheitelbeine verhältnismäßig länger.
Auffallend ist die Größe der Augenhöhlen zur ganzen Schädellänge, sic beträgt für
Wildschwein m. und w. 9,9; Hausschwein m. 9,7 w. 8,5, dagegen
für 149 w. 1: 7,57; 555 m. 1: 7,9, d. h. die Augenhöhlen sind relativ fast um größer als bei Wildschwein und wildschweinähnlichstem Hausschwein.
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207
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