Heft 
(1921) 30
Seite
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15. Nibelungenring

Kleine Mitteilungen

16. Walkürenring( Für die beiden vom Rund ablaufenden Halbringe).

17. Vogelsang( War wie 1, 2, 4, 8, 19, 20 schon von den Siedlern vor­geschlagen. Sehr gut. Namentlich in der Nähe des noch erhaltenen Waldes).

18. Drosselschlag( Anstatt stieg, der auch nicht übel ist. Schlag bezeichnet sogar auch Oertlichkeit( Verschlag, Abschlag, Weizen­schlag, Gerstenschlag).

19. Finkengasse

20. Sperlingsgasse

Der nach Anhörung der Siedler gefaßte Beschluß der Gemeindevertretung Für Nibelungen­weicht nur in ganz geringem Maße von den Vorschlägen ab. ring und Walkürenring wurden die Namen ,, Kienkamp" und ,, Eichelgarten" eingesetzt, da man den sehr kleinen Plätzen keinen besonderen Namen bei­legen und auf die beiden Flurnamen auf keinen Fall verzichten wollte. Dr. Albert Kiekebusch.

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Eresus cinaberinus. Die karminrote Springspinne, Eresus cinaberinus oder quadriguttatus, ein in Südeuropa einheimisches Tier, ist wiederholt an verschiedenen Stellen Mitteleuropas festgestellt worden. Bei ihrer stattlichen Größe von etwa 10 mm Länge, der außerordentlichen, mit den Sandlaufkäfern vergleichbaren Lebhaftigkeit ihrer Bewegungen, vor allem aber ihrer leuchtenden Farbenpracht, tief sammetschwarzem Vorderleib, grell rotem Hinterleib mit vier ins Quadrat gestellten schwarzen Punkten, die schwarzen vorderen Bein­paare weiß umbändert, die hinteren Beinpaare bis zur Mitte kirschrot einer Farbenzusammenstellung also, die es mit den schönsten Bärenspinnern aufnimmt, muß der seltene Gast überall, wo er sich Menschenaugen zeigt, auch dem Laien auffallen. Schon der alte Giebel nimmt eine weitere Ver­breitung aus den Mittelmeerländern nach Mitteleuropa an. E. L. Taschenberg, der übereinstimmend mit Krieghoff den Eresus cinaberinus zu den schönsten Spinnen Europas zählt, verzeichnet in der zweiten Auflage von Brehms Tierleben wiederholte Funde in der Nähe von Halle ,,, wo es auf die sonnigen Porphyrfelsen am Saaleufer angewiesen scheine". In Lokalfaunen wird sie in neuerer Zeit wiederholt aufgeführt, so aus der Würzburger Gegend, während Döderlein sie 1898 für das sonst an südlichen Formen reiche Elsaß nicht erwähnt, wo in der Straßburger Gegend als ebenfalls mittelmeerländischer Gast die prachtvoll schwefelgelb gebänderte Argiope Brünichi vorkommt, die ich einmal am Friedhof St. Gallen vor dem Straßburger Weißturm gefangen. habe. Eresus cinaberinus ist mir am 24. VI. 1920 bei Wilhelmsau, südlicht von Erkner, unweit des Freienbrinker Kirchhofes begegnet. Sie betrieb dort in der grellsten, sengendsten Mittagssonne die Jagd, wie es schien auf Sand­wespen. In der Gefangenschaft ließ sie sich nur kurze Zeit lebend erhalten. Sie saugte Fliegen, Ameisen und andere Insekten aus oder tötete sie wenigstens. Eine schmale Sandfurche hatte sie mit einigen Gespinstfäden ausgekleidet, ob als Hilfsmittel zum Fang, ließ sich nicht feststellen. Ich habe den Fund in einer Sitzung der Brandenburgia vorlegen können. Da sich die Beob­achtungen von Eresus cinaberinus zu mehren scheinen, so wird es sich viel­leicht lohnen festzustellen, ob wir es hier mit einer neuen Nordwanderung

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