Kleine Mitteilungen
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einer mediterranen Form zu tun haben, in gleicher Art, wie das jetzt nach dem Hinweis von Pax für die schon bis Brünn und Lodz vorgedrungene Gottesanbeterin Mantis religiosa festzustehen scheint.
W. Scheuermann- Freienbrink.
In der Naturwissenschaftl. Wochenschrift vom 24. April 1921 bespricht Prof Dr. Dahl unter der Ueberschrift ,, Schöngefärbte Tiere" dieselbe im Mittelmeergebiet beheimatete Spinnenart( Eresus niger[ Petag-cinaberinus 01]), die auch in der Nähe von Berlin( Tegel, Rehberge, Cöpenick, Woltersdorf) vorkommt., Der Hinterteil der Spinne ist rot, mit vier schwarzen Flecken gezeichnet..C. W. Hahn u. C. L. Koch, Die Arachniden Fig. 35, 36, 316-18 u. 1087)." A. K.
Zur brandenburgischen Mundart. Im letzten Doppelheft der„ Zeitschrift für deutsche Mundarten", herausgegeben von unserem Mitarbeiter Dr. Teuchert, der vor kurzem als ordentl. Professor nach Rostock berufen worden ist, bespricht Dr. T. einige interessante Wortformen aus unserem Forschungsgebiet( Jahrg. 1921 S. 77).
Im Anschluß an W. v. Schulenburg( Brandenburgia 5, 137--205) erwähnt T. das Vorkommen der Formen bingster" der„ Binder bei der Ernte" und„ mähster", der Mäher" in einem ganz beschränkten Gebiet Südbrandenburgs, namentlich in den Nuthedörfern südlich von Potsdam". ,, Gewährsmann ist der zuverlässige W. v. Schulenburg". Ich bemerke dazu, daß mir die beiden Formen aus meiner Jugend her sehr geläufig sind und von alten Leuten ausschließlich angewandt wurden. Ich kann das bezeugen für die Teltow- Dörfer Waßmannsdorf und Glasow. Wie ausschließlich namentlich in Glasow diese Formen in Gebrauch waren, geht wohl am besten aus folgendem hervor: Ich hatte als 13jähriger Junge im Nachbardorfe eine Bestellung zu machen bezüglich der Beschaffung von Leuten, die Roggen mähen sollten. Da ich die Form„ Mäher" gebrauchte, wurde ich von einem sonst sehr intelligenten, bejahrten Bauern und seiner Frau einfach nicht verstanden. Ich mußte mich dadurch verständlich machen, daß ich das Wort„ Mähster" benutzte. Hinzufügen kann ich, daß den Bezeichnungen, Mähster" und„ Bingster" vollkommen die Form„ Harkster"( für Leute, die das auf Schwaden gelegte Getreide zusammenharken) entsprach und ebenso oft angewendet wurde. Ich habe mir damals auf dem Nachhausewege Gedanken gemacht über das Einschieben des st nnd hatte die Empfindung, daß Mäher"( Mäa gesprochen) tatsächlich etwas unklar ist und genau so klingt wie mehr und Meer, daß aber bei der von mir sicher mit vollem Recht geübten deutlichen Aussprache auch des h und r die Form sehr gedrechselt erscheint. Der Grund dafür, daß ich nicht verstanden worden war, leuchtete mir völlig ein. und„ Harkster" hielt ich schon damals für Angleichungen. ,, Bingster" Es ist doch in der Tat merkwürdig, daß alle drei Wörter gerade dem kleinen Kreise der Erntearbeiten( und zwar nur für Getreide) entstammen. Für den Pflüger und für den, der die Egge führt, gab es in meiner Heimat überhaupt kein Substantiv( das entsprechend gebildete, naheliegende ,, Plöhster" habe ich nie gehört). Für Fahrer wurde ,, Kutscher" gesagt;„ Hackster" von hacken ist mir ebenfalls nicht vorgekommen. Brecher des Flachses"( ,, bökster") war damals wohl schon ausgestorben, weil die betreffende Tätigkeit nicht mehr geübt wurde. Uebrigens wurde auch ,, Ackerer" nie gebraucht.
Bei der Wichtigkeit der Sache wäre es doch interessant festzustellen,