Heft 
(1921) 30
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Prof. Dr. F. Solger

Dagegen gehört der Abschmelzzeit in diesem Sinne der Schutt­kegel des Bober östlich von Sommerfeld und der der Neiße bei Pförten an, auf die Wunderlich) hingewiesen hat. Diese beiden Flüsse haben weiter abwärts an ihrer Einmündung in das Oder tal neuere Schuttkegel aufgeworfen, die vielleicht teilweise der Abschmelz, teilweise der Dünenzeit zuzurechnen sein mögen. Dagegen gehört völlig der Dünenzeit jedenfalls der Schuttkegel der Oder bei Küstrin an, der das Warthetal so zugedämmt hat, daß hier der jetzt verlandete See von Sonnenburg und das Warthe­bruch entstand. Das gleiche gilt von dem Schuttkegel der Warthe zwischen Schwerin a. W. und Landsberg a. W., auf dem Zantoch liegt.

Wesentlich der Dünenzeit nach dem Versiegen der Schmelz: wässer werden wir auch den größten Schuttkegel unserer Heimat zuschreiben müssen, den Keilhack) von der Elbe unterhalb Mag­deburg beschrieben hat. Er dehnt sich etwa zwischen dem heutigen Lauf der Elbe im Westen und dem der Ihle und Stremme im Osten aus. Die Elbe läuft heute zwischen Deichen an seiner Westseite entlang. Aber auch vor der Eindeichung hat sie in ge­schichtlicher Zeit an dem eigentlichen, aus Sand bestehenden Schuttkegel nicht mehr weitergebaut. Sie ist nur bei Hochwasser über ihre Ufer getreten und hat dabei die Schlickabsätze ihrer Ueberschwemmungswasser über den Schuttkegel fort auf ver­schiedenen Wegen bis in das Havelgebiet verbreitet( Rathenower Ton!). Ein Fluß, der einen solchen Schuttkegel aufbaut, sieht währenddessen ganz anders aus, als die heutige Elbe. Ein solcher Fluẞ fließt nicht wie sie in zusammengefaßter Stromrinne merk­lich vertieft gegenüber der Umgebung, sondern er liegt gleichsam auf dieser mit vielen flachen Armen und dazwischen ausgebreite: ten wechselnden Sandbänken.

Suchen wir nach einem Schuttkegel, der lediglich durch Eis­schmelzwässer aufgebaut ist, so finden wir ein gutes Beispiel un­mittelbar jenseits unserer Provinzgrenzen in den Sandflächen von Löcknitz- Torgelow, östlich von Pasewalk. Dieser Schuttkegel ist gebildet von einem das Randowtal aus Süden durchströmenden Schmelzwasserlauf und nur von diesem; denn dieser hat das Randowtal schon während der Abschmelzzeit aufgegeben, als mit dem Abschmelzen des Eises der tiefere Weg über Stettin frei wurde. Die Benutzung solcher Täler durch Schmelzwässer schließen wir daraus, daß sie Auswaschungen zeigen, die wesentlich größere Wassermengen voraussetzen, als heute den­selben Weg benutzen. Das konnte in der Dünenzeit nach dem Abtauen des Eises nicht mehr geschehen. Während die Größe der Ablagerungen, wie oben erwähnt, keine Unterschei dung zwischen Abschmelzzeit und Dünenzeit erlauben, bieten uns die Auswaschungserscheinungen ein Mittel dazu. Ich will das an einem näher liegenden Beispiel erläutern, am Spreetal bei Hangelsberg.

3) Wunderlich, Die Oberflächengestaltung des norddeutsches Flachlandes. I. Das Gebiet zwischen Elbe und Oder. Brlin 1917 S. 57.

4) Keilhack, Ueber alte Elbläufe zwischen Magdeburg und Havelberg. Jahrbuch d. Kgl. Geol. Lds.- Anst. 1886 S. 236-252.

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