Heft 
(1922) 31
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Dr. K. Hucke

reduziert und sammelte sich auf dem Boden der Herdgrube allmählich an. Der so entstandene Eisenklumpen hieß Luppe" oder Wolf". Später begann man die Wasserkraft zum Betrieb der Blasebälge auszunützen, und infolge dieser Betriebsverbesserung siedelten die Luppenfeuer an kleine Wasserläufe über, die in waldigen Niederungen gelegen waren; denn dort gab es neben der Wasserkraft allein das nötige Brennmaterial und den Raseneisenstein. Sehr bald benutzte man dann auch die Wasserkraft zum Betriebe von mecha­

Figur 1. Eisenhammer mit Rennfeuer( nach Agricola).

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nischen Hämmern, welche das Luppeneisen handelsfertig machten. So etwa arbeiteten die ersten Eisenhämmer" der historischen Ueberlieferung in der Mark der Eisenhammer an der Stelle der heutigen Buschmühle bei Dobrilugk oder der Hammer zu Droskau( Kreis Sorau), welche beide um 1200 bereits im Betriebe waren.

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Ebenso wie in den Betrieb der alten Alaunhütten läßt uns Agricola einen Blick in die Arbeitsweise dieser Eisenhämmer tun 2): Eisenerz, das besonders gut ist, soll in einem Ofen geschmolzen werden, der dem folgenden fast gleich ist. Der Schmelzherd soll 32 Fuß hoch und an 5 Fuß breit und lang sein: in dessen Mitte sei ein Tiegel 1 Fuß tief und 12 Fuß weit. Wiewohl er höher oder niedriger, breiter oder enger sein kann, je nachdem mehr oder weniger Eisen aus dem Erz bereitet wird. Dem Meister( Renner)

2) Uebersetzung aus dem Lateinischen, nach Beck a. a. O. Bd. II. S. 42-44.