Heft 
(1922) 31
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Eisengewinnung in der Provinz Brandenburg

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soll ein gewisses Maß Eisenerz gegeben werden, ob er daraus viel oder wenig Eisen schmelzen kann: will dieser seine Arbeit beginnen, so wirft er erst Kohlen in den Tiegel, darauf soviel gepochtes Eisenerz, gemischt mit unge­löschtem Kalk, als eine eiserne Schaufel fassen mag. Dann werfe er abermals Kohlen hinein und dies öfter und streue das Eisenerz darauf und zwar solange bis allmählich ein Haufen daraus entstehe, welchen er, nachdem die Kohlen entzündet, mittels Blasebälgen, die künstlich in ein Rohr( die Form) zusammen­

Figur 2. Wolfs- oder Blauofen( naclr Agricola).

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geführt sind, durch den Wind zur Glut anfacht und so ausschmelzt, welche Arbeit er bald in 8, bald in 10, manchmal auch in 12 Stunden vollbringen kann. Damit ihm aber das Feuer das Gesicht nicht verbrenne, wie dies zu geschehen pflegt, bedecke er es ganz mit einem Hut, an dem jedoch Löcher An dem Ofen sei angebracht sind, durch welche er sehen und atmen kann. und sie ver­eine Zugstange, mit der er, so oft es die Arbeit verlangt langt es, sobald die Bälge zuviel Wind in den Ofen einblasen, oder sobald er selbst die übrigen Erze und Kohlen aufgibt, oder sobald er die Schlacken abzieht das Schußgerinne, durch welches das Aufschlagwasser auf das Rad geleitet wird, und die Welle, welche die Bälge niederdrückt, in ihrer Be­wegung hemmt oder sich umdrehen läßt: auf diese Weise fließt das Eisen in eine Masse( Stück) zusammen, von 2-3 Zentner Gewicht, je nach der Reichhaltigkeit der Erze. Alsbald öffnet der Meister das Schlackenloch mit dem Spieß und läßt, nachdem die Schlacken ganz abgeflossen sind, die Masse erkalten: sodann soll er und die Gesellen dieselbe mit eisernen Brechstangen

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