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Dr. K. Hucke
Die Dauer eines Umgangs richtete sich nach der Widerstandsfähigkeit der Gestellsteine und betrug etwa 40 Wochen. Nach dem Niederbrennen blieben die Bälge zur besseren Abkühlung noch etwa 10-12 Tage im Gange. Dann ward der Ofen beim Tümpel aufgebrochen, und die meist sehr verdorbenen Gestellsteine wurden erneuert. Ein Umgang von 40 Wochen lieferte etwa 5600 Zentner rohes, für Stabhämmer geeignetes Eisen im Werte von 11 000 Thlr. Verbraucht wurden an Brennstoff 3511 Klafter Holz zu je 12 Groschen und 583 Hüttenfuder Eisenstein zu je 12 Groschen 6 Pfennig, zusammen 4251 Thlr. Mithin blieb ein Ertrag von 6748 Thlr., von denen allerdings noch die Arbeitslöhne und die Amortisationskosten der ganzen Der Zehdenicker Hochofen war ähnAnlage in Abzug zu bringen waren. lich gebaut wie der Baruther. Als Zuschlag verwendete man in Zehdenick
1. Abtheil
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Figur 3. Eisenhüttenwerk in Baruth.
( Nach Schauplatz der Künste und Handwerke, Bd. III, 1764). Zeichenerklärung:
a) der hohe Ofen
b) das Gichtenhaus
c) das Schwengelhäuschen d) die Brücke
e) das Wasserad
f) der Teich
g) Freyharke
h) das Kohlenhaus
i) Stürzplätze für das Erz
k) das Wohnhaus mit 6 Stuben
1) der Stall mit einer Stube m) das Brau- und Darrhaus
n) Hofraum
o) Auffahrt.
zu 30 Karren Eisenstein 10 Karren Seifensiederasche und 3 Karren Mergel (= Wiesenkalk). Da die Schlacke noch eisenhaltig war, wurde sie in einem Pochwerk mit 3 Stempeln zerkleinert und wieder verschmolzen.
Charakteristisch für die hütten chemischen Vorstellungen um die Mitte des 18. Jahrhunderts war die Ansicht, daß in den Eisenerzen nichts als eine zur Metallheit geneigte Erde vorhanden ist, und daß das brennliche Wesen des Kohlen- und Flammenfeuers sich mit derselben während dem Rösten verbinde, um Eisen hervorzubringen." 5) Diese Anschauung entspricht
5) A. a. O. Bd. III. 4. Abschnitt, 2. Abteilung; S. 191.