Eisengewinnung in der Provinz Brandenburg.
in Lehmformen dagegen Tiegel, Töpfe, runde Öfen und drgl. Die Lehmformen hafteten den Gußstücken fest an und mußten losgeschlagen werden, waren also nur einmal brauchbar. Im allgemeinen bewährte sich der Gießereibetrieb sehr gut, da es hierbei auf die Güte des gewonnenen Eisens nicht ankam, während das in der Provinz Brandenburg erzeugte Schmiedeeisen, was die Qualität und Reinheit des Materials anging, sehr bald den wachsenden Anforderungen der sich rasch entwickelnden Eisenindustrie nicht mehr entsprechen konnte und im Wettbewerb mit fremden Eisensorten unterlag. Schuld an dem Niedergang der märkischen Eisenerzeugung war auch die stark zunehmende Verteuerung des Holzes und die Erschöpfung der nach heutigen Begriffen ja überhaupt zu unergiebigen Lager an Eisenerz.
Die Gebläse und die
Soweit das Roheisen nicht in den Gießereien verwendet wurde, ging es Die Stabhämmer zur weiteren Verarbeitung in die Stab- und Blechhämmer. enthielten eine Frischesse und eine Schmiedeesse. Hämmer wurden durch Wasserkraft betrieben, der große Streckhammer wog 3 Zentner und mehr. In der Frischesse wurde das Roheisen zunächst gefrischt, was mit einem Gewichtsverlust von 25-30% verbunden war. Dann wurde das gefrischte Eisen tüchtig durchgehämmert und unter schnellgehenden Diese dünnen Eisenstangen, kleinen Zainhämmern in Stäbe ausgeschmiedet. deren Oberfläche deutlich die Eindrücke der Zainhämmer trug, kamen als Ein Stabhammer warf weniger Ertrag Zain- oder Krauseisen in den Handel.
ab als eine Gießerei, da der Abgang an Eisen sehr groß war.
Auf den Blechhammern wurde das Eisen zu Blech geschlagen. Man unterschied nach der Stärke: Kreuzbleche, Foder und Senkler, letztere waren am dünnsten. Die Bleche kamen in Fässern verpackt auf den Markt. Vor dem Neben den schwarzen Blechen stellte man auch verzinnte her. Verzinnen legte man sie in eine Mischung von Roggenschrot und Wasser und scheuerte sie dann, damit sie das Zinn besser annehmen sollten. Blechhämmer entwickelten sich günstig, da sie auch phosphorreicheres Eisen verarbeiten konnten, das wegen seiner Kaltbrüchigkeit als Schmiedeeisen unbrauchbar war.
Die
Verschiedentlich waren in Brandenburg auch Stahlhütten in Betrieb. Hier wurde das gefrischte Eisen auf den Frischessen ähnlichen Herden gekohlt, indem es in Gegenwart von Kohlenstaub geschmolzen, dann mit Hämmern bearbeitet und nach mehrmaligem Durchschmieden abgelöscht wurde. Im allgemeinen scheinen aber die märkischen Stahlhämmer wenig erfolgreich gewesen zu sein.
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Im Anschluß an die obigen Ausführungen über Eisenverhüttung in der Provinz Brandenburg sei noch einiges über die Gewinnung des Raseneisensteins bemerkt. Als Instrument zum Aufsuchen von Rasenerz diente eine starke spitze Eisenstange, die in gewissen Abständen in den Boden gestoßen wurde. Da das Erz selten tiefer als etwa 50 cm lag, so traf man beim Abspießen des Geländes überall dort auf Widerstand, wo Erz vorhanden war. Die Umrisse der Lager, denn gewöhnlich trat der Eisenstein nesterweise auf, wurden durch Niedertreten des Grases oder eingeschlagene Pfähle bezeichnet. So wurde ein ungefährer Überschlag über den Reichtum des untersuchten Gebietes an Erz gewonnen. Dabei legte man der Berechnung als Maßeinheit den sogenannten Kasten zu Grunde. Ein Kasten enthielt etwa 0,7 cbm, wog im Durchschnitt 14-17 Zentner und lieferte gegen 4,5 Zentner Roheisen. Da die chemische Zusammensetzung des Eisensteins für den Gang des Hochofens und die Güte des hergestellten Eisens von Wichtigkeit war, suchte der Hochöfner, da man noch keine chemischen Analysen ausführen konnte, durch Probieren die Erze zweckmäßig zu mischen. Man unterschied