Funde aus einer frühmittelalterlichen Töpferei
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Holz eingeritzte, sondern ein breite, mit einer vielzackigen Gabel eingeritzte Welle, die allerdings sehr an slawische Keramik erinnert. Dieser Scherben gehört auch zweifellos mit seinem Anklang an wendische Vorbilder zu der älteren Periode der Töpferei.
Bei einem Gefäßboden der unten wellenartige Knetungen( Tafel II, Nr. 19) aufwies, finden wir 3 tiefe Rillen.
Böden.
Bei der Beschreibung der Gefäßböden kann ich mich kurz fassen. Sie verraten sämtlich ihre Herstellung auf der Drehscheibe. Bei einigen kann man im Innern noch eine spiralig nach außen gezogene breite Linie erkennen, die der Töpfer beim Ebnen des Gefäßbodens unwillkürlich herstellte; die Spirale ist eine ganz charakt. Linie für frühgedrehte Gefäße( Bodenflächenlinie). Das Gefäß steigt in mehr oder weniger nach innen geschwungener Linie auf, oft aber auch ganz steil in einem Winkel von 60°-70°.( Tafel II, 5.) Bei dem Zusammentreffen von Gefäßwandung und Boden zeigt sich keinerlei Oft ein klein wenig Verzierung, sondern nur ein glatter, scharfer Absatz. nach innen gebogener Winkel. Scherben 5 auf Tafel II zeigt eine kleine Einziehung am Boden, auch Boden 19( Tafel II) bildet in der wellenförmigen Knetverzierung eine Ausnahme.6) Die scharf aufsteigenden, meist dickwandigen Böden scheinen die ältesten, die ein wenig geschwungenen die jüngeren zu sein. Kleine Standflächen und ganz kleine Böden sind öfters beobachtet worden.
Keramisch- Technisches des Fundes.
Nun möchte ich einige Angaben über das Technische und Keramische der Funde machen. Was den Ton der Gefäße anbelangt, so handelt es sich Schon die allernächste Umgegend. ohne Zweifel um heimisches Material. von Frankfurt ist reich an Tonen und Lehmen: Heut noch liefern die oftviele Morgen großen Gruben ein gutes und wohlfeiles Ziegelmaterial. Die Farbe der Scherben ist grünlichgrau, wenigsten bei denen die ein verhältnismäßig hohes Feuer bekommen haben. Diese meist hellgrüne Farbengebung deutet auf kalkhaltigen Ton hin. Ferner bemerken wir an einigen Scherben bräunliche Farbtöne. Dies läßt auf die Beimengung von viel Eisenoxyd vermuten. Und in der Tat ist der bei Frankfurt vorkommende Ton sehr stark kalk- und eisenhaltig; für keramische Zwecke nach dem heutigen Stande ein minderwertiger, für feinkeramische Zwecke fast unbrauchbarer Ton. Nämlich abgesehen von den färbenden" Eigenschaften dieser obengenannten Beimengungen, bewirken die Metalloxyde ein starkes Schmelzen des Scherben. Um nun die ,, Gartemperatur" Infolgedessen ist der Ton garnicht feuerfest. dieser mittelalterlichen Scherben festzustellen, habe ich einzelne Proben im Laboratorium der Staatl. Keramischen Fachschule untersucht. Der feste, harte klingende Scherben würde manchen Altertumsforscher bewegen, die Brenntemperatur für diese Waren sehr hoch anzusetzen und etwa unserem heutigen Bei meinen Versuchen im Steinzeug gleichzustellen. Dem aber ist nicht so. Töpferofen mit einer Temperatur von 1300°-1500° konnte ich feststellen, daß der Scherben völlig zusammengelaufen" war, also flüssig wurde. Er zeigte eine grünliche, auf der anderen Seite eine rotbraune Farbe, letztere kam von dem im Naturton beigemengten Eisenoxyd( Fe, O,) und erscheint nach
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6) Diese wellenförmigen Knetverzierungen finden sich auch an rheinischen Steinzeuggefäßen des Mittelalters und lassen auf den Einfluß des gotischen Formengefühles schließen.( Vergl. O. v. Falke, Rheinisches Steinzeug. S. 41, Abb. 28.)