Kleine Mitteilungen
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Vergleiche mit ähnlichen Funden) und chronologische Deutung. In dem 5. Heft der Mitteil. d. Gesch.- u. Altertumsvereins in Liegnitz beschreibt Amtsgerichtsrat Hahn in seiner Arbeit ,, über Funde mittelalterl. Gefäße im Baugrunde alter Häuser in Liegnitz" S. 158 eine Anzahl Gefäße, die im Grunde des Hedwigsturmes zu Liegnitz gefunden worden sind. Taf. II, Nr. 8 zeigt einen analogen Henkelkrug mit breiten Gurtfurchen. Auch Topf 5 zeigt, wie Topf 1 noch die Form des älteren Typus( letzterer weist auch eine Wellenlinie auf). Topf 4 zeigt, abgesehen von der Form und den Gurtfurchen, vor allem jenen Halskrausenrand, den wir zum Beispiel bei unseren Gefäßen auf Tafel I, 20 abgebildet haben. Die Form und Art der Verzierung ist also bei den ebengen. Gefäßen ganz genau dieselbe, wie bei den Frankfurtern. Nun fanden sich aber in einem dieser Krüge vom Hedwigsturm Brakteaten aus dem 13. Jahrh., infolgedessen können wir die Gefäße für das 13. Jahrh. datieren Im Liegnitzer Museeum befindet sich ein Gefäßfund, der u. a. einen leicht datierbaren Schlüssel und Sporen aus, Eisen enthielt; letzterer dürfte Das Gefäß nun weist einen aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammen. etwas schärfer und stärker profitierten Rand mit abgesetzter Halskrause auf; darunter liegen ungefähr auf der Hüfte, flache Gurtfurchen, ähnlich wie das Profil des Randes auf Tafel I 28, aber noch schärfer und eckiger. Also demnach stammen unsere Randprofile mit ihren einfachen Linien oder ganz wenig gebogenen Profilen aus früherer Zeit, etwa Mitte- Ende des 13. Jahrh. Der ältere Typ der Keramik vom Kneterbege Kr. Blechede) stimmt auch in den Randprofilen ziemlich genau mit unseren Scherbenstücken überein. Nun hat Lienau aber auf Grund einiger Fundstücke( wie Sporen) die Keramik genau datieren können. So setzt er ins 13. Jahrh. den späteren Typ, während er den älteren naturgemäß für etwas früher hält. Folglich muß auch unser ältere Typ früher, aber nicht früher wie vor dem 13. Jahrh. entstanden sein. Vergl. hierzu die Funde des Dr. Kiekebuschs von der Siedlung Nied.- Görsdorf). Auch bei dieser nach einigen Funden zweifellos aus dem 13. Jahrh. stammenden Siedlung haben die Ränder die typische frühmittelalterl. ,, Halskrause". An Hand der eben beschriebenen analogen Fundstücke können wir also unsere Keramik aus der Frankfurter Töpfereigrube in das 13. Jahrhundert verlegen. Beabsichtigte Grabungen an dieser Stelle hellen vielleicht diese oder jene streitige Frage dann noch auf.
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Kapitze. Im Spreetal wird beim Heumachen das nach dem Schnitt X auf der Wiese ausgestreute und dann in Windhaufen zusammengerecht getrocknete Heu zuletzt vor dem Abfahren in Kabitzen gesetzt", d. h. ziemlich fest gepackt in Haufen aufgestellt, denen Wind und Regen Von den Kabitzen wird es dann auf nicht mehr viel anhaben können. den Wagen geladen. Als kürzlich der Kärntner Dichter J. Friedrich Perkonig, ein guter Kenner der slawischen Sprachen, der wie viele Kärntner das dortige, Windisch" als seine zweite Muttersprache spricht,
7) Vergl. Konrad Strauß, Früh- und Spätmittelalterliche Keramik aus Frankfurt ( Frankfurter Oder- Zeitung Nr. 295), ferner Ders. Mittelalterliche Scherbenfunde im Stadtkreise Frankfurt und ihre Bedeutung für die Kultur- und Entwicklungsgeschichte anserer Stadt( ebenda 1922, Nr. 35).
8) Lüneb. Mus. Blätt. Heft 7 S. 208 u. Heft 8 S. 343 u. Mannus, VII 1914, S 178. ( Grabung. M. M. Lienau.)
9) Landeskunde der Pr. Brandenburg. III. Teil S. 455.