Bücherbesprechung
Amtmann, Amtmann, Busch, Busch, Busch,
Wir sitzen in Deinen Schoten.
Wenn er doch man käme
Mit de langen Zähne,
Mit de lange Zipfelmütze!
Juch, wir wollen flitzen( ausreißen).
A. K.
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Am Giebel eines Hauses in Wustermark befindet sich folgende Heraus
forderung:
,, Wer jedem Menschen recht thun kann,
, Der Lösche dies aus und schreibe Sich an.
K. Pötters.
Bücherbesprechung
Johannes Rader, Aus der Vergangenheit der Osthälfte des Kreises Soldin. Clausdorfer Chronik. VI, 152 Seiten. Ver
lag von Ernst Henning Nachfolger. Berlinchen( Neumark). Die Neumark, oder wie sie im Mittelalter hieß, das Land über Oder, ist unter den historischen Landschaften der Mark Brandenburg entschieden zu kurz gekommen. Den altdeutschen Landen am fernsten gelegen, wurde sie dem Deutschtum erst zu einer Zeit erschlossen, als die ostdeutsche Kolonisation ihren Höhepunkt bereits überschritten hatte So ist sie dünner als die schon früher und rasch abzuébben begann. germanisierten Landschaften besiedelt und weist weniger bedeutende Städte auf als jene; ja zeitweise drohte sie der Mark ganz verloren zu gehen, damals, als sie( 14021455) an den Deutschen Ritterorden in Preußen verpfändet war. Nur zweimal hat sie vorübergehend innerhalb der gesamtmärkischen Geschichte eine entscheidende Rolle gespielt: in den Tagen des falschen Waldemar, als sie es den wittelsbachischen Markgrafen ermöglichte, sich erfolgreich gegen den kecken Prätendenten zu behaupten, und wieder im 16. Jahrhundert, als sie( 1535- 1571) unter dem verwaltungskundigen Markgrafen Hans von Küstrin ein territoriales Sonderleben führte.
Die stille Abgeschiedenheit, die das Schicksal der Neumark überhaupt war, trifft natürlich insbesondere deren entlegenere Kreise, zu denen auch der Soldiner gehört. Nur einmal hat in neuerer Zeit für einige Jahre lebhafteres Leben in Soldin geherrscht, nämlich während der Franzosenzeit zu Beginn des 19 Jahrhunderts. Damals war die bisherige Hauptstadt der Neumark, die Oderfeste Küstrin, mit einer französischen Besatzung belegt und eignete sich infolgedessen nicht zum Sitze der bisher hier bestehenden preußischen Behörden. Infolgedessen wurden 1808 die neumärkische Regierung nach Königsberg i. N., das Oberlandesgericht aber nach Soldin verlegt. Nach dem Zusammenbruche des napoleonischen Weltreiches fiel der Grund weg, die neumärkischen Behörden an diesen Orten länger zu belassen; sie kehrten aber nicht nach ihrem alten Sitze zurück, vielmehr wurde die Neumark bei der Neuordnung des pre iẞischen Staates dem Regierungsbezirk Frankfurt an der Oder eingegliedert und hat seither überhaupt keine eigentliche Hauptstadt mehr; denn Frankfurt liegt westlich der Oder, auf mittelmärkischem Boden. Bei der dortigen Regierung beruhen seither in der Hauptsache die neueren Akten zur Geschichte der Neumark, während ältere Bestände natürlich im Geheimen Staatsarchiv zu Berlin. zu suchen sind.