Heft 
(1923) 32
Seite
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Der medial stark vorspringende Processus condyloideus hat eine concave Gelenkfläche.

III Torf ist ein rechter Unterkiefer von dunkelbrauner Farbe. Die Pars incisiva sowie der aufsteigende Unterkieferast sind abgebrochen. Der Margo alveolaris ist scharf. Die Backzahnreihe ist 12, 4 cm lang, davon die Prä­molarenreihe 4.7 cm. Die 3 Molaren sind stark nach vorn geneigt und be­finden sich in Usur, die Prämolaren sind gewechselt und gleichfalls in Rei­bung getreten. Nach dem Stande der Abkauung der Zähne dürfte der Kiefer dem soeben beschriebenen gleichaltrig sein. Der Unterrand zeigt die gleiche starke Krümmung wie bei f 36.

Der nächste Unterkiefer, ohne besondere Katalog- No, ist ein rechtssei­Der Incisivteil sowie der Hals ist tiger und hat eine lehmgelbe Farbe. 1,7 cm vor dem Alveol von P 3 abgebrochen. Die Backzahnreihe ist 12 em lang. M 1 und M 2 befinden sich in Reibung, M 3 ist bereits durchgebro­chen, aber noch nicht in Reibung. Der Milchzahn Pd 1 ist noch vorhanden, P 2 hat bereits gewechselt. ist aber noch nicht in Reibung getreten, der Der Kiefer hat demnach einem Milchbackzahn Pd 3 ist bereits ausgefallen. Der Unterrand ist sehr stark ge­2 bis 2, Jahre alten Rinde angehört. bogen. Der Ramus mandibulae biegt in einem rechten Winkel nach oben ab, sein vorderer Rand steigt hinter der Backzahnreihe wie hei f 36 steiler als bei den Unterkiefern der 1. Gruppe nach hinten aufwärts und geht in den stumpf endenden Processus coronoideus über.

A IV, 909 stammt mit anderen Knochen( 3. Halswirbel, linke Tibia) aus einem von Geheimrat Virchow und Stadtrat Friedel entdeckten Pfahlbau Auf Grund der Fest­im abgelassenen See bei Lubbinchen, Kreis Guben. stellung der begleitenden Artefacte( vgl. Materialaufzählung) fällt das histo­rische Alter in das 11.- 12. Jahrhundert, spätwendisch. Der Kiefer ist ein Die Pars incisiva ist defekt, des­rechtsseitiger von dunkelbrauner Farbe. gleichen ist der Teil hinter dem Alveol von M 3 lädiert, der Ramus mandi-. bulae fehlt. M 1 und M 2, sowie P 1 sind vorhanden und befinden sich in Nach dem Abkauungsstande der Zähne Reibung, die übrigen Zähne fehlen. dürfte der Kiefer dem f 36 gleichaltrig sein. Der Unterrand zeigt auch hier die starke Biegung wie bei einem jungen Tiere und kennzeichnet somit die Zugehörigkeit des Kiefers zur Longifrons- Gruppe.

A III, 1998 ist mit noch anderen Knochen in Groß- Neuendorf, Kreis Lebus, bei der hintersten Mühle am Urnenfelde ausgegraben und gehört nach den begleitenden Artefacten der Lausitzer Kultur, 8. bis 7. Jahrhundert v. Chr. an. Es ist ein sehr zerfallenes linkes Kieferstück mit den 3 Molaren und P 1. Nach dem Stande der Abkauung der Zähne gehörte es einem aus­gewachsenen Rinde an.

Die Unterkiefer der Gruppe des Weudenrindes unterscheiden sich, wie bereits hervorgehoben, von denen der ersten Gruppé durch die noch stärkere Biegung des Unterrandes, ferner dadurch, daß der vordere Rand des Ramus mandibulae steiler aufwärts steigt.( Vgl. Fig. 4 u. 11. Letzteres ist auch der Grund, daß die Gelenkflächen der Unterkiefer der einen Gruppe mit den entsprechenden Gelenkflächen der Schädel der anderen Gruppe nicht ar­tikulieren, während dies bei allen Schädeln ihrer eigenen Gruppe der Fall ist.

Es soll nun noch die Beschreibung einiger anderer Knochen des Torf­rindes aus der Sammlung des Märkischen Museums folgen, die zusammen mit den dazugehörigen Schädel-, bezw. Unterkieferresten gefunden worden sind,