Heft 
(1923) 32
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den letzten Stempel gibt." Und nicht weniger schöne Worte und wichtiger ist nicht weniger wahre Gedanken findet Scheffler: In Wahr­heit wird jedes Urteil über Berlin von selbst zu einem Urteil über Deutsch­land." Das ständige Zuströmen von Auserwählten muß doch seine Spuren hinterlassen." ,, Wenn auch nicht die bedeutendsten Deutschen in Berlin gelebt haben, so haben doch so viele hervorragende Geister von ihm aus gewirkt, daß es unmöglich ist, sie alle zu nennen"( Ostwald). Und da­mit kommen wir zu dem geistigen Berlin und zu dem, was Brecht das gute Berlin nennt. Da ziehen die Größen, die glänzenden Namen aller Epochen vorüber, denen Berlin die gastliche Stätte bot oder bietet von Corinth, Slevogt, Liebermann". unter den Neueren über Erich Schmidt, Grimm, Dilthey, Treitschke, Schmoller, Wagner, Curtius, Helmholtz, Kohler, Hüb­ner, Gneist" Mommsen und Wilamowitz fehlen neben einigen anderen in der Aufzählung bin zu den Fontane, Chamisso und zurück zu den Ro­mantikern. Mit der Universität ist es, wie mit der ,, Reichshauptstadt," und wenu Dessoir erzählt, daß er selber" oft" den Wunsch geäußert habe, die Uni­versität möchte nach Alt- Strelitz oder Tangermünde verlegt werden, so hört man doch heraus, daß da Sehnsucht nach ruhigerem Zeitmaß und nach Idyll mitspricht, er selber aber sich nur Berlin als seine Universitätsstadt denken kann. Bei der Besprechung des geistigen Lebens ist wohl zu wenig einge­gangen auf jene in der Stille arbeitenden, aber durch ihre Tätigkeit nach­haltig in der Umgebung und weit in die Ferne wirkenden Gesellschaften, die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaut, die Wissenschaft nicht nur pfle­gen sondern auch fördern und bereichern. Ich nenne da nur die Anthropo­logische, die Geologische, die Archäologische. die Orient- Gesellschaft, die Gesellschaft für Erdkunde und für die nicht minder wichtige, gerade in un­seren bösen Jahren erfreulich aufblühende Wissenschaft der Heimatkunde den Verein für die Geschichte Berlins" und die Gesellschaft für Heimat­kunde und Heimatschutz( Brandenburgia)." Was in diesen Kreisen an ernster, tiefschürfender Arbeit geleistet wird, und was diese Arbeit für die Beurtei­lung des geistigen Berlin bedeutet, das ist bisher in der Oeffentlichkeit kaum bekannt. In dieser Beziehung ist Berlin denn doch der unbestrittene Mittel­punkt des geistigen Lebens mit Wirkungen nach außen hin, die sich je nach den besonderen Aufgaben jeder Gesellschaft über die Mark, über das Reich, über Europa oder die ganze Welt hin erstrecken.

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Im zweiten Teile kommt eine Reihe von Männern zu Wort, die an der Gestaltung Neu- Berlins größtenteils in führenden. Stellungen mitgearbeitet haben, für die zukünftige Entwicklung der Reichshauptstadt also die Verant­wortung tragen und bei glückhaftem, gedeihlichem Aufschwunge neben ande­ren einen wesentlichen Teil des Verdienstes für sich in Anspruch nehmen dürfen.

In einem kurzen, aber inhaltreichen Aufsatz bebandelt Oberbürgermeister Boß, das neue Berlin," das seit 1920 8 Städte, 59 Dörfer und 27 Gutsbe. zirke umfaßt. Diese Zahlen allein beleuchten wohl zur Genüge die Größe Unumwun­und die Schwierigkeit der Aufgabe, die hier zu bewältigen war. den wird zugegeben, daß, die ungebeuren Schwierigkeiten der Neueinrich­tung in den verflossenen 3 Jahren noch nicht ganz überwunden worden sind." Das wäre auch gar zu viel verlangt. Unbedingt im Recht ist der Verfasser, wenn er meint, daß die Gegner des neuen Berlin diesem alle aus dem Wirr­

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