Heft 
(1923) 32
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in einem besonderen Aufsatze von Geh. Baurat Dr. Ludwig Hoffmann( ,, Bau­ten der Stadt Berlin vor und nach dem Kriege") behandelt wird. Der Leser erfährt da, daß im alten Berlin während der letzten 15 Jabre außer hervor­ragenden Bauten wie Stadthaus, Märkisches Museum, Rudolf Virchow- Kran­kenhaus( 57 Gebäude), in Buch die 4 Wohlfahrtsanstalten( mit 116 Gebäu­den) neben zahlreichen anderen teils recht umfangreichen Anlagen 4 Feuer­wachen, 5 Badeanstalten und 60 große Schulhäuser errichtet worden sind. Elkart Hoffnungsfroh klingen die Ausführungen des Städtebaudirektors ( ,, Wohnungs- und Siedlungswesen"). Es wäre der schönste Erfolg, wenn wir in der Großstadt wieder zu Siedlungsformen kommen können, die das No­madenhafte abstreifen und das Heimatgefühl zur eigenen Scholle wieder groß werden lassen. Groß- Berlins Kämmerer Dr. Karding zeigt in einem Artikel Landwirtschaft­( ,, Berliner Vermögenslage") zunächst, wie reich Berlin ist.

liche Güter 23700 Hektar mit einem Ertrage von 120000 Zentner Roggen. An Forsten 20000 Hektar; Einschlag jährlich 60000 Festmeter. Die Werke erzeugen 385 Millionen. cbm Gas, 95 Millionen cbm Wasser, 483 Millionen Kilowatt Strom. Dazu die Straßenbahn und Anteil an den Untergrundbah­52000 Beamte und Angestellte, 50000 Arbeiter werden beschäftigt. ,, Die Vermögenswerte sind seit der Bildung von Groß- Berlin dieselben geblie­ben, die Schulden infolge der Erschwerung der Haushaltsführung durch die Geldentwertung gestiegen, aber in ihrer tatsächlichen Bedeutung gegenüber 1920 4,7 Verm.: den Vermögenswerten immer unbedeutender geworden"

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4,3 Milliarden Schulden; 1922-48,8 Milliarden Vermögen: 11,5 Schulden. Trotz dieser zweifellos günstigen Lage hat Berlin in der Zeit der Wirt­schaftszerrüttung und Geldentwertung abbauen müssen, nicht nur in dem durch die Kriegszeit und Nachkriegszeit ungesund angeschwollenen Personalbestand, sondern auch auf wertvollsten Gebieten sozialer und kultureller Fürsorge." Kein verständiger Mensch wird heute bitteren Notwendigkei­ten gegenüber blind und taub sein. Hoffentlich kehren recht bald ,, ruhigere und bessere Zeiten wieder, die es der Stadt ermöglichen, auch auf diesen Gebieten das Verlorene wieder einzuholen." Und hoffentlich beginnt Berlin dann wieder aufzubauen, wo es mit dem Abbauen begonnen hat, nämlich auf kulturellem Gebiete. Denn gerade da hat die Hauptstadt auch in Tagen der Fülle gespart Abzubauen war nicht allzuviel, wenn wir von dem allerdings glän­zenden Schulwesen absehen. Aufzubauen gäbe es reichlich. Aeußerst wertvoll ist, was- vielfach in kurzen Sätzen und nicht nur mit nackten Zahlen- über Berlins Wohlfahrtsbestrebungen zusammengestellt worden ist. Das in Deutschlands schwer­ster Zeit trotz aller Finanznot auf allen Gebieten Geleistete muß selbst jedem Gegner Berlins Staunen abnötigen, und es ist erfreulich zu sehen, wie die Reichs­hauptstadt mit aller Energie auch heute noch bestrebt ist, Vorbildliches zu leisten und in erster Reihe, wenn nicht gar an der Spitze zu stehen. Stadtmedizinalrat Dr. Rabenow schildert die Entwicklung des Gesundheits­wesens" mit seiner geradezu großartigen Organisation. Die allgemeine Wohl­fahrtspflege" wird von Obermagistratsrat Collatz bearbeitet. Hier werden die gesunden Bodelschwinghschen Grundsätze mit Recht als Leitstern gepriesen. ( ,, An gesunde Meuschen keine Leistung der Wohlfahrtspflege, ohne eine ge­wisse, wenn auch noch so geringe Gegenleistung") und mit erfrischender Offenheit wird die Umwandlung des städt. Obdachs in eine Wanderarbeits­stätte gefordert, um den ungeheuren Zustrom fauler und verkommener Men­

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