Heft 
(1923) 32
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nem Sinne, und so entsteht die Sage, die mit Vorliebe ihre Ranken um Burg und Palast und um deren Insassen schlingt.

zur

Daher ist heute in der Not der Zeit, in der Stunde des Abstiegs von glanzvoller Höhe das Bedürfnis nach rückblickender Betrachtung verständlich. Und der Verleger des alten Schwebelbuches hat fraglos weiter dem Empfinden Kreise entsprochen, als als er sich Herausgabe der 4. Auflage entschloß, deren Bearbeitung Dr. Hermann Kügler anvertraut ward. Und dieser Forscher, in der Mark und in Berlin gut zuhause, hat sich der mühevollen und in gewissem Sinne undankbaren Aufgabe, im Schatten eines nicht unberühmten Vorgängers zu wandeln, mit einem Eifer unterzogen, daß wir den alten Oskar Schwebel kaum wiedererkennen. Nur zum Vorteil des neuen Buches; denn Schwebels Sammeleifer hatte vielerlei zusammengetragen, was ent­weder nicht hineingehört, wie z. B. geschichtliche Tatsachen( Schlacht am Cremmer Damm, Streiche des tollen" Markgrafen von Schwedt), oder entbehrlich erscheinende Dinge oder gar über den Charakter der Volkssage sich erhebende, wissenschaftlicher Unwahrhaftigkeit entstam­mende Histörchen.

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Ks. strenger Sichtung haben wir es zu danken, daß von all dem Wust manches fortgelassen ist, aber dafür ist viel neues hinzugekom­men, Neuland, das Schwebel entgangen war oder in neuen Zeitläuften angewachsen ist. K. bringt von dem im Druck Ueberlieferten nur das. was vor wissenschaftlicher Prüfung bestehen kann, obgleich er den Begriff der Sage sehr weit dahin gefaßt hat, daß sie nicht nur Mytho­logisches, sondern auch das Volksempfinden über geschichtliche Gescheh­nisse in ihren Bereich zieht. Bezeichnend für Ks. Arbeiten ist, daß er immer auf die älteste Quelle, auf den ersten Druck zurückgeht und auf diesen besonders hinweist ein Verfahren, daß der wissenschaft­lichen Volkskunde nur zugute kommt. Legt K. in der angegebenen Weise die kritische Sonde an den Text, so bringt er vollwertigen Ersatz in einer Fülle von Anmerkungen am Schlusse des Buches, die er für den Forscher um so wertvoller gestaltet, als er mitunter ganz versteckte Quel­len seinem Stoffe zuleitet. Und für den Nachweis, wieviel neuzeitli­cher Gelehrtenfleiß erforderlich gewesen ist, um die umstrittene Frage der Abstammung der Hohenzollern zu klären, sind wir ihm zu Dank verpflichtet.

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So ist durch die gründliche Umarbeitung ein Werk entstanden, das in klarem Deutsch, unter Vermeidung von Fremdwörtern, nach Stil und Satzbau als eine erhebliche Verbesserung der Vorlage zu bezeichnen ist " ind für K. eine glänzende Lösung der selbst gestellten Aufgabe bedeutet.

Die zeitliche Folge der einzelnen Sagen ist bis zu dem Prinzen Friedrich Karl geführt. Nur in der zugehörigen Anmerkung sind die Mär­chen über Kaiser Wilhelm II. und den Kronprinzen gestreift. K. geht, und mit Recht, auf sie nicht ein; denn beide Persönlichkeiten stehen uns zeitlich noch zu nahe, als daß die Romantik der Sage sie, die des Irdischen noch nicht entkleidet sind, verklären möchte.

Von dem reichen Sagenkranze unseres Buches werden am meisten fesseln: Jagdschloß Grunewald, die weiße Frau und die scheinbar un­sterbliche, hier glücklich und restlos abgetane Lehninische Weissagung des Bruders Hermann.( Nr. 10).