Heft 
(1924) 33
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des Museums sprach er als Commissarius für Archiv, Bibliothek und Sammlungen der Stadtgemeinde Berlin" es aus, daß das zu begründende Institut, auf Verbreitung der nützlichsten Kenntnisse in allen Schichten der Bevölkerung außerordentlich einwirken wird". Er hoffte in dem­selben Aufruf, daß alle, denen die Förderung gemeinnütziger und wissenschaftlicher Zwecke am Herzen liegt, nicht nur der Sache ihre moralische Unterstützung schenken, sondern sich auch geeignetenfalls mit freiwilligen Spenden von Objekten für das Museum, deren auch die unscheinbarsten, sofern sie kulturgeschichtliches Interesse haben, gern aufgenommen werden, beteiligen."

Diesen Zielen ist Friedel treu geblieben. In den vielen Vorträgen, die er als Vorsitzender auf den Tagungen des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine und des Vereins für die Geschichte Berlins gehalten hat, ist er immer wieder darauf zurück­gekommen. Es waren indessen mehr Zufallsäußerungen, die teilweise aber von anderen Bestrebungen überdeckt oder beiseite geschoben wurden. Immerhin wurde ihm das Fehlen einer Vereinigung fühlbar, die alle heimatkundlichen Bestrebungen in Brandenburg vertreten konnte, wie sie von der aus Kreisen der Fachgeographen hervorgegangenen Vereinigung für wissenschaftliche Landeskunde Deutschlands gefordert wurde. So benutzte er weniger die Gelegenheit, die ihm der Rücktritt vom Posten des ersten Vorsitzenden des Berliner Geschichtsvereines gab, als die Anregung des Geographen Alfred Kirchhoff, nunmehr an die Gründung einer Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Branden­Sie sollte alle Bestrebungen auf burg( Brandenburgia) heranzutreten. wissenschaftliche Erforschung unserer Heimatprovinz: Geschichte und Vorgeschichte, Landeskunde, Statistik, Volkswirtschaft, Geologie, Natur­kunde usw. pflegen und mit dem bereits zu einer stattlichen Sammlung emporgewachsenen Märkischen Museum Hand in Hand arbeiten. Das sollte erreicht werden durch öffentliche Versammlungen, Vorträge und Aussprachen, durch Besuche Berliner und märkischer Stätten, durch Vermehrungen der Sammlungen des Märkischen Provinzial- Museums, wie es sich damals nannte.

Wieweit das letztere der Fall war, mögen die Inventare des Museums belegen. Eine reichhaltige Bücherei, die den Bestand der Museumsbibliothek nach vielen Seiten hin erweiterte, und die teils durch Tauschverkehr mit verwandten Vereinigungen, teils durch die Be­sprechungsexemplare der Monatsschrift entstand, ist im Laufe von mehr als dreißig Jahren geschaffen worden. Von großer Bedeutung wurden die monatlich erscheinenden, von Eduard Zache fast ein Vierteljahr­hundert geleiteten Mitteilungen" für das Museum, denn sie gaben,

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von einzelnen Mitteilungen in der Zeitschrift für Ethnologie ab­gesehen den wissenschaftlichen Kreisen allein Gelegenheit, sich von zahlreichen bedeutenden Gegenständen der Sammlungen Kenntnis und Urteil zu verschaffen. Nicht nur die vorgeschichtlichen Funde sind hier bekannt gegeben, sondern auch zahlreiche Eingänge aus allen Arbeitsgebieten. Da diese Veröffentlichungen häufig mit Abbildungen versehen wurden, so ist dabei zugleich auch ein Fonds von Druck­stöcken angesammelt worden, der im Tauschverkehr ebenso die Inte­ressen des Museums, der Brandenburgia als auch der Wissenschaft förderte.

Einen wiederholten Besuch des Museums durch die Mitglieder, wie es Friedel vorschwebte, konnte die Brandenburgia wegen der

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