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Unbequemlichkeit der in unzureichenden Räumlichkeiten jahrelang aufbewahrten Sammlung nicht durchführen ¹); er ist erst in dem gegenKonnte die wärtigen stattlichen Museumsbau möglich geworden. Brandenburgia also nicht in das Museum gehen, so kam dieses zur Brandenburgia. Zur Belebung der Arbeitssitzungen waren regelmäßig Sammlungsgegenstände ausgestellt, die oftmals den Mitgliedern zu erläuternden Bemerkungen Veranlassung gaben. Seit dem Jahre 1892 ist wohl jede Neuerwerbung, soweit sie nicht durch Größe oder Schwere davon ausgeschlossen war, in den Sitzungen der Gesellschaft vorgelegt und erklärt worden. Den Reigen eröffnete der bekannte Bronzefund von Spindlersfeld, der sich noch heute einer hohen wissenschaftlichen Wertschätzung erfreut. Durch solche Demonstrationen ist nicht nur die Kenntnis über den kultur- und naturgeschichtlichen Nachlaß der Provinz außerordentlich verbreitet, sondern auch durch die anschliessende Aussprache erweitert und vertieft worden. Und manches Stück, das irgendwo vergessen schlummerte, ist durch diese Erörterungen in das Museum gerettet worden. So entsinne ich mich, daß bei Gelegenheit einer Besprechung von Flämingstrachten das Verschwinden der Tracht in der Umgegend von Berlin zur Sprache kam und auf einzelnen Seiten den Zweifel auslöste, ob hier überhaupt jemals Trachten im engeren Sinne getragen worden seien. Der Zweifel wurde durch Aussagen älterer Mitglieder behoben und hatte dann das Ergebnis, daß aus Lichtenwenn ich nicht irre eine wertvolle Brautbedeckung berg in das Museum gespendet wurde. So entstand durch die Wirksamkeit einer mehr als dreißigjährigen Vereinstätigkeit eine immer engere Verbindung zwischen Museum und Brandenburgia, bei der jeder der Teile reichen Gewinn hatte. Das erstere durch Darbietung neuer Gaben und Aufhellung der mit den einzelnen Gegenständen verbundenen Kultur und die Mitglieder der Gesellschaft durch immer neue Kenntnisse über die Natur und Geschichte ihrer Heimat.
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Man wird diese gegenseitige Befruchtung nicht gering einschätzen dürfen; doch genügte sie nicht der Begeisterung Friedels für sein Museum. Wenn auch bei den Ausflügen der Gesellschaft das Interesse für die Sammlungen in weite Provinzkreise getragen wurde, so drängte sich ihm doch die Beobachtung auf, daß bei der in der Regel sehr starken Beteiligung der Mitglieder und Gäste die wissenschaftliche Arbeit zu kurz kommen müsse, und daß man dabei zu sehr an die Die Durchforschung großen öffentlichen Verkehrswege gebunden sei.
der Provinz erforderte dagegen eine spezielle Arbeit, das Verlassen der großen Straßen und vor allem das Zusammenarbeiten der einzelnen interessierten Fachleute. So entstand in ihm der Gedanke, aus dem Kreise der Brandenburgia- Mitglieder einzelne zu einer Arbeitsgruppe zusammenzustellen, mit ihnen Ausflüge in die Provinz zu machen und die Interessen der Wissenschaft und des Museums durch tatkräftige Spezialforschung wahrzunehmen. Schon lange vor der Gründung der
1) Vor kurzer Zeit erlaubte sich ein Berichterstatter des ,, Tag", dem jedenfalls die alten Räume nicht bekannt waren, die Bemerkung, daß das Museum in jener Zeit einer Rumpelkammer geglichen habe. Jeder, der die Verhältnisse kannte, weiß, daß unter den gegebenen Umständen weder eine übersichtliche kulturgeschichtliche noch eine künstlerische Aufstellung möglich war. Ist der Vergleich zwischen Einst und Jetzt in diesem Sinne nicht statthaft, so kommt in mancher Beziehung noch hinzu, daß die Innenräume des neuen Gebäudes vielleicht etwas zu einseitig für die Aufstellung nach künstlerischen Grundsätzen berechnet sind.
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