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den Bibliotheken gesammelt und verwahrt. Ebenso gut geschützt sind längst gewisse Gruppen der Denkmäler, die Urkunden und Akten; sie ruhen sicher in den Archiven; daß der Staat sich für die Archivalien weniger aus historischen als aus juristischen Gründen interessiert, kann uns dabei gleichgültig sein; die den Akten zuteil werdende staatliche Pflege kommt auch der Geschichte zu Gute. Für grössere, am Orte ihrer Entstehung erhaltene Ueberreste, mögen sie Ueberbleibsel, etwa Bauten, sein oder Denkmäler, tritt die staatliche Denkmalspflege ein; im Uebrigen aber sind die Museen als Sammelbecken für die Ueberreste aller Art geschaffen worden. Museen in diesem Sinne sind erst Das dem klassischen Altertum enteine Schöpfung der Neuzeit. stammende Wort Museum bezeichnet eine den Musen, d. h. den Künsten und Wissenschaften geweihte Stätte; solche den Tempeln angegliederte Räume waren künstlerisch geschmückt. Stellte das antike Museum zweifellos ein Erzeugnis staatlicher Pflege von Wissenschaft und Kunst dar, so kannte das Mittelalter dergleichen im Allgemeinen nicht; immerhin boten die reichen Schätze grosser Kirchen damals einen gewissen Ersatz für das, was uns heute die Museen sind; sie wurden bei festlichen Anlässen öffentlich zur Schau gestellt und gaben der staunenden Menge Gelegenheit, die Kunstschöpfungen vergangener Zeiten zu bewundern. Um die Wende des Mittelalters begannen einzelne Große, private Kunstsammlungen anzulegen. Seit dem 18. Jahrhundert fingen allerorten auch die Staaten an, dies zu tun; staatliche Sammlungen wurden, der Oeffentlichkeit zugänglich, in monumentalen Bauten untergebracht, denen man den alten Namen Museum gab. Den Staaten sind schließlich die Städte als Museumsgründer gefolgt. Wurden in den Museen zunächst nur Erzeugnisse der Kunst und des Kunstgewerbes gesammelt, so hat sich der Kreis der Gegenstände, die solcher öffentlichen Pflege für wert erachtet wurden, seither stetig geweitet und zu einer weitgehenden Spezialisierung des Museumswesens geführt. Bald sonderte man nach Materien, so wie es heute etwa ein Postmuseum, ein Museum für Meereskunde gibt; bald auch schuf man öffentliche Sammlungen, um für räumlich begrenzte Gebiete alles wissenschaftlich Bemerkenswerte zur Anschauung zu bringen.
Eine Schöpfung dieser Art ist das Märkische Museum; es veranschaulicht Natur, Geschichte und Kultur der Provinz Brandenburg. Seinem Programm entsprechend gliedert es sich in eine naturwissenschaftliche und eine kulturgeschichtliche Hauptabteilung. Als Historiker will ich nur von dieser letzteren berichten und auch aus ihr sondere ich die Prähistorie aus; nicht als ob sie nicht zur Geschichte gehörte auf diesem überwundenen Standpunkt steht heute wohl kein ernst zu nehmender Wissenschaftler mehr; ich lasse die Vorgeschichte vielmehr deshalb beiseite, weil über ihre Pflege durch das Märkische Museum eine andere, sachkundigere Feder in dieser Festschrift Rechenschaft ablegt. So lautet also die Frage: was bieten die Sammlungen des Märkischen Museums an Quellen seit dem Mittelalter für die Geschichte der Mark Brandenburg? Um die endgültige Antwort gleich hier vorweg zu nehmen: es darf gesagt werden, daß niemand, der sich mit brandenburgischer Landesgeschichte befaßt, ungestraft an den Schätzen vorübergehen wird, die hier in fünfzigjähriger, rastloser und sachkundiger Sammelarbeit unter Aufwendung erheblicher städtischer und auch oft privater Mittel für die Geschichtswissenschaft zugänglich gemacht sind. Es ist vielleicht nicht überflüssig, dabei zu betonen, daß es nicht Schuld des Museums ist,