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Fayancen aus Potsdam, Frankfurt und Rheinsberg. Bescheiden dagegen ist zunächst der Anteil der märkischen Städte am deutschen Geistesleben; sieht man von dem Zufallsdruck ab, den ein vor der Pest vorübergehend nach Berlin geflohener Drucker aus Magdeburg hier 1484 mittels seiner mitgebrachten Typen herstellte, so kennt man keinen brandenburgischen Druck aus dem 15. Jahrhundert, dem Zeitalter der Inkunabeln. Zwar liegt im Museum ein Druck von 1493 aus, doch dieser ist in dem bis 1680 erzbischöflich magdeburgischen Zinna hergestellt. Als frühester wirklich für die Mark zu beanspruchender und zwar 1502 in Frankfurt a. O. hergestellter Druck schließt sich eine Predigt des großen Kanzelredners Geiler von Kaisersberg an, während der älteste bodenständige Berliner Druck erst aus dem Jahre 1540 stammt; damals waren 90 Jahre seit der Erfindung Gutenbergs verflossen! Unter den ausgestellten Drucken sei das älteste Berliner Adreẞbuch von 1704 besonders genannt.
Untrennbar mit der Geschichte des deutschen Städtewesens sind die Zünfte verbunden; dementsprechend ist das Innungswesen mit seinen altväterlichen Gebräuchen reich in unserer Sammlung vertreten. Die bürgerliche Kultur neuerer Zeiten spiegelt sich anschaulich in einzelnen stilecht ausgestatteten Räumen wieder; ich nenne einen Festraum aus der Rokokozeit und ein Biedermeierzimmer; ich hebe weiter den Raum hervor, der dem Andenken Theodor Fontanes geweiht ist, der wie kein zweiter die märkische Vergangenheit in seinen Werken vor unserem geistigen Auge lebendig zu machen verstanden hat. Die hier ausliegenden Originalmanuskripte des feinsinnigen Dichters leiten endlich dazu über, daß auch Briefe und sonstige private Niederschriften zu den Ueberbleibseln der Vergangenheit gehören; man weiß kaum, wo man anfangen soll, wollte man die Männer aufzählen, deren Manuskripte in den Sammlungen des Museums vertreten sind; da begegnen z. B., um wenigstens einige Namen Männer des Schwertes wie Derfflinger, der alte Dessauer, Blücher; Dichter wie Heinrich von Kleist und Willibald Alexis. Daß hier auch das mit der Mark durch ein halbes Jahrtausend in Freud und Leid verbundene Fürstenhaus der Hohenzollern in zahlreichen Mitgliedern vertreten ist, versteht sich von selbst; ich hebe aus der Frühzeit' den Markgrafen Johann Cicero, aus der Neuzeit den Prinzen Louis Ferdinand hervor.
zu nennen,
Kürzer kann ich mich bezüglich der Denkmäler fassen. Auch hier haben, namentlich für das Mittelalter, wiederum die Kirchen bedeutsame Schätze geliefert, so etwa Epitaphien, Grabplatten und Grabkreuze. In neuerer Zeit tritt die weltliche Kultur in den Vordergrund. Da finden sich in Glasmalerei hergestellte Wappen seit dem 16. Jahrhundert, unter ihnen das des Markgrafen Johann Sigismund. Zu den Monumenten dürfen auch die interessanten und zum Vergleich herausfordernden Medaillen gezählt werden, die im 17.- 19. Jahrhundert zum 100., 200. und 300. Gedächtnis der Reformation Martin Luthers geprägt worden sind. Schließlich müssen hier ältere urkundliche AufGehören sie auch an und für sich zeichnungen erwähnt werden. weniger in Museen als vielmehr in Archive, so liegen doch einzelne interessante Stücke, die das Museum erworben hat, aus. Unter ihnen seien ein Ablaßbrief von 1278 für das Berliner Georgenspital und eine Urkunde des frommen askanischen Markgrafen Albrecht III. von 1300 für die Pfarrkirche von Eberswalde namhaft gemacht.