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Schließlich haben wir noch einen Blick auf das zu werfen, was das Märkische Museum an Werken der echten historischen Tradition bietet, d. h. an Schöpfungen, die mit dem bewußten Willen, Geschichte zu überliefern, entstanden sind. sind. Dem Charakter der Museumssammlung entsprechend handelt es sich hier natürlich um bildliche, nicht etwa um schriftliche Tradition, deren Erzeugnisse gesammelt. sind. Da sind zunächst historische Bilder. Ich will lieber garnicht erst anfangen, die Namen der bedeutenden Männer aufzuzählen, die meist fn Berlin gewirkt haben und deren Porträts im Museum vertreten sind: den Herrschern schließen sich Staatsbeamte und Militärs, Politiker und Schriftsteller, Gelehrte und Künstler, Geistliche und Schauspieler an. Als besonders wertvoll seien die Skizzen Franz Krügers zu einem seiner monumentalen Bilder, der Huldigung vor König Friedrich Wilhelm IV. im Lustgarten, genannt, als interessantes älteres Stück einer historischen Darstellung der Königsberger Krönungszug von 1701 hervorgehoben.
Weiter die historisch- topographischen Darstellungen; auch hier eine schier überwältigende Fülle von Gemälden und Zeichnungen, von Stichen und Lithographien mit den Ansichten märkischer Städte, Dörfer und Schlösser vom 16. Jahrhundert an; ich nenne als älteste Blätter Bilder von Frankfurt( 1548) und Schwiebus( 1576).
Endlich seien noch einige ältere historische Skulpturen angeführt: zeitgenössische Sandsteinbüsten des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und seines Sohnes Friedrich III., sowie ein Reliefporträt des Feldmarschalls von Sparr, dessen Name mit der Schlacht bei Warschau ( 1656) verknüpft ist.
Ich bin am Ende dieser knappen Uebersicht und fasse mein Urteil nochmals dahin zusammen, daß die Sammlungen des Märkischen Museums eine wahre Fundgrube für den märkischen Historiker darstellen. Aus bescheidenen Anfängen heraus hat sich das Museum in den ersten 40 Jahren seines Bestehens glänzend entwickelt; freilich fielen diese 4 Jahrzehnte zusammen mit dem stolzen Aufstieg unseres neuen Deutschen Reiches. Und in den letzten zehn Jahren hat das Museum sich dann, gewiß oft unter schweren Nöten und Sorgen, durch die Zeiten des Krieges und die schwereren Nachkriegsjahre durchkämpfen müssen; aber es hat durchgehalten, und daraus wollen wir die zuversichtliche Hoffnung schöpfen, daß es auch in Zukunft wie bisher eine Pflegestätte der märkischen Landesgeschichte bleibe, historisch wertvolle Güter aus dem Lande sammelnd und als Dank dafür fruchtbare geschichtliche Anregungen über die ganze Mark ausstrahlend.