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als das Aussterben des askanischen Markgrafenhauses das junge Staatsgebilde dem Untergang entgegenführte. In dem Jahrhundert von Waldemars Tode bis zur Belehnung des ersten Hohenzollern bestimmte nicht das Bedürfnis des Landes, sondern der materielle Vorteil der wechselnden Machthaber die brandenburgische Politik. Aber auch der Nürnberger Burggraf wurde in der Mark nicht recht heimisch. Seinen Sohn kann man wohl wieder einen märkischen Landesherrn im Stile der Askanier nennen. Indem Friedrich II. Adel, Städte und Kirche seiner Regierungsgewalt unterordnete und sich erfolgreich um die Wiederherstellung der alten Grenzen bemühte, gab er seinem Kurfürstentum die politische Geschlossenheit zurück, deren kulturelles Eigenleben bedarf. Ein weiteres Hemmnis bot die mangelnde Stammesverwandtschaft unter den Bewohnern der Mark. Daß die dünngesäte slavische Bevölkerung nicht von den Kolonisten vertrieben, sondern aufgesogen wurde, mag noch hingehen. Sie unterwarf sich der überlegenen deutschen Kultur. Aber die Einwanderer bestanden selbst aus einer Mischung verschiedener Stämme und brachten aus ihrer Heimat mannigfache Gebräuche und Fertigkeiten mit. Die Buntscheckigkeit war nur durch die gemeinsame niederdeutsche Herkunft und das Vorherrschen des HinBauernstandes mit seinen uralten Gepflogenheiten gemildert. gegen erhöhten die wechselnden Fürstenhäuser das Stammesgemisch. Den Anhaltinischen Markgrafen, die vom Ostabhang des Harzes kamen, folgten die bayerischen Wittelsbacher, diesen wieder ihre luxemburgischböhmischen Gegner. Und schließlich brachten die schwäbisch- fränkischen Hohenzollern süddeutsche Sprache und Sitte, mit denen die Märker Erst unter dem Kurfürsten Johann sich nur langsam befreundeten. begann ihre bis dahin fränkische Umgebung den Landeskindern Platz zu machen. Dadurch fehlte einem wichtigen Sammelpunkt aller kulturellen Kräfte, dem kurfürstlichen Hof in Berlin, lange Zeit hindurch die landschaftliche Färbung.
Wo wir Kunstwerke antreffen, die höfischem Einfluß ihre Entstehung verdanken, haben wir deshalb in der Regel mit eingeführter Ware oder mit dem Werk wandernder Kunsthandwerker zu rechnen. Das dürfte beim Bronzeguß überhaupt der Fall sein. Mögen sich auswärtige Meister im 15. Jahrhundert auch in größeren Städten der Mark niedergelassen haben, ein Kunstwerk, wie das berühmte Grabdenkmal des Kurfürsten Johann im Berliner Dom, ließ Joachim I. in der alten Heimat seiner Familien herstellen. Wie die Grabplatte des Bischofs Johannes von Deher im Dom zu Fürstenwalde entstammt sie der berühmten Vischerchen Gießhütte in Nürnberg. Glocken und Glockengießer lieferte der Mark vornehmlich Sachsen.
Alle diese Umstände darf man nicht aus dem Auge lassen, wenn man die Bedeutung der kirchlichen Altertümer der Mark, insbesondere der in unserm Museum aufbewahrten, richtig einschätzen will. Der Zufluß aus den altdeutschen Landesteilen hat auf kunstgewerblichem Gebiet erst gegen Ende des Mittelalters nachgelassen. Auch da erreichte die einheimische Erzeugung an Zahl und Ausführung nicht entfernt die des westlichen und südlichen Deutschlands. Es ist eine negative Folgeerscheinung der sprunglosen Stetigkeit historischer wie naturgesetzlicher Entwicklung, daß selbst ein nur vorübergehendes Zurückbleiben so leicht nicht ausgeglichen wird.
Von dem ältesten und ausdruckvollsten Ueberrest kirchlichen Lebens im Mittelalter vermag das Museum nur Nachbildungen und