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eigentlichen„ Neuen Wiesen" liegen, mußte sich damals ein See ausDazu mußte das Wasser dehnen, dessen Abfluß eben jener Fluß war.
im Müggelsee mehrere Meter höher stehen als heute, und das ist kaum denkbar, so lange der Abfluß des Sees durch die Spree über Müggelschlößchen vorhanden war. Was aber hätte diesen Abfluß verhindern können. Wiederum liefert uns das Eis eine einfache Erklärung. Wir brauchen nur anzunehmen, daß der Eisrand zu einer bestimmten Zeit so weit abgeschmolzen war, daß er den Südrand des Müggelsees freigegeben hatte, aber den Ausfluß der Spree noch nicht. Nun finden wir aber einen ähnlichen, wenn auch viel weniger deutlichen Rest eines östlich von alten Flußbettes auch am Nordrande des Müggelsees Friedrichshagen. Auch hier müßte demnach das Schmelzwasser haben abfließen können, während der Abfluß bei Müggelschlößchen noch im Eis lag. Das ist nur denkbar, wenn der Eisrand in einem Bogen verlief, der sich ungefähr dem Westrande des Sees anschmiegt. Wir müßten uns eine von Osten nach Westen bis hierher reichende Gletscherzunge denken. Das stimmt nun freilich gut damit, daß wir aus der Hauptschrammungsrichtung auf den Muschelkalkschichten von Rüdersdorf auf eine ostwestliche Strömungsrichtung des Eises im letzten Abschnitt der letzten Vereisung schließen müssen. Auch würde gerade an dieser Stelle die Vorstreckung einer schmalen Gletscherzunge verständlich sein, da ein von Osten kommender Gletscher an seinem Rande durch die Kranichberge im Norden und die Müggelberge im Süden gehemmt werden mußte und sich zwischen beiden im Tale in schmaler Zunge vorgestreckt haben wird. So wollen wir denn versuchen, mit dieser Arbeitshypothese unsere weiteren Beobachtungen zu deuten.
Wir wenden uns den Kanonenbergen zu, deren alte Sandgrube einen tieferen Einblick in den Bau der Landschaft gewährt. Wir finden den ganzen Berg aus Sanden zusammengesetzt, die wir innerhalb des Eiszeitalters durch fließendes Wasser gebildet denken müssen, also wohl Absätze aus den Schmelzwässern einer früheren Vereisung. Diese Sande werden bedeckt durch eine höchstens 1, m dicke Schicht ungeschichteten Sandes, der sich von dem darunter liegenden Material durch größeren Gehalt an Staub und auch an z. T. selbst größeren Steinen auszeichnet. Hier ist auf die Sande nachträglich etwas Neues heraufgeschüttet worden, und die Ungleichheit der Korngröße und der Mangel an Schichtung läßt keine andere Deutung zu, als daß das durch Eis geschehen ist. Da nun diese Deckmoränenschicht den Abhang von oben bis unten gleichmässig überdeckt, muß der Abhang bereits in der heutigen Form vorhanden gewesen sein, als das Eis noch hier lagerte, und die heutigen Geländeformen geben uns so gut wie unverändert die Formen wieder, die unter dem Eise vorhanden waren. Das deckt sich mit der bereits vorhin gewonnenen Anschauung, daß das Haupttal nicht ein Werk der Auswaschung durch die Schmelzwässer des letzten Eises wäre. Auch bei Wendenschloß kamen wir wie hier zu der Ueberzeugung, daß nach dem Forttauen der Eisdecke die Schmelzwässer nur in unbedeutenden Furchen den Boden noch umgestaltet haben, alle wesentlichen Formen des Geländes, wie z. B. die Vertiefung an den Neuen Wiesen, schon vor dem Zusammenrinnen der Schmelzwässer, also unter dem Eise, da
waren.
Wir steigen auf die Kanonenberge hinauf und sehen zu unsern Füßen den mächtigen Müggelsee. Also auch diese große Wanne müßte schon unter dem Eise vorhanden gewesen sein, und sie allerdings be