Heft 
(1924) 33
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und immer wieder erläutert wurden. Neben den Museumsführungen brachten die Besichtigungen der Ausgrabungen des Märkischen Museums neue Anregungen. Die Teilnehmer haben auf sämtlichen Ausgrabungs­plätzen gestanden, was für das Museum ebenso nützlich war wie für die Hörer; sie haben nicht selten tüchtig mit Hand angelegt, wenigstens da, wo Die Sandmassen bei Trebus zahlreiche Hände gebraucht wurden. konnten nur auf diese Weise bewältigt werden, und das ungemein mühevolle Aufsuchen der Weizenkörner aus dem Sande dieser Stein­zeitsiedlung war in dem erreichten Umfange auch nur durch die Hilfe so vieler Kräfte möglich. In den Vorlesungen wurde den Hörern nichts erlassen, auch nicht die zeitweise rauhen Wege, die zum Verständnis der Typologie und Chronologie führen. Aber selbst da sind sie nur dankbar gewesen, und je gründlicher gearbeitet wurde, um so mehr Eifer zeigten die Wissensdurstigen. Sämtliche Kurse waren am Schlusse so stark besucht wie in der ersten Vorlesung, und so war diese Arbeit in der Tat eine Freude. Die Teilnehmer gehörten allen Volkskreisen an. Auffällig stark vertreten waren Akademiker, die größtenteils schon die Universität hinter sich hatten und nun in berufsfreien Stunden Natürlich ihre Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen suchten. folgten sie mit größerer Leichtigkeit den Problemen der Vor­geschichte, aber auch Männer und Frauen mit einfacherer Bildung gingen den schwierigen Gedankengängen, die hier mit voller Absicht und vollem Bewußtsein in klarer Form, aber auf streng wissen­schaftlicher Grundlage geboten wurden, nicht aus dem Wege. Nach Beendigung des Krieges wurde diese Lehrtätig­keit weitergeführt; aber schon 1920 traten noch wichtigere Lehraufgaben an mich heran, die mich zwangen, die schöne und erfolgreiche Arbeit in der Humboldt- Hochschule vorläufig einzustellen.

Seit Januar 1923 wurde im Auftrage des Magistrats an der Groß­Berliner Volkshochschule in Cöpenick und in Friedrichshagen unter einer Beteiligung, die sich im Frühjahr und im Herbstsemester auf Hunderte von Hörern belief ,,, die vorgeschichtlichen Altertümer des Bezirks 16 im Rahmen der deutschen und europäischen Volksgeschichte"( Stein- und Bronzezeit) und die Kämpfe zwischen Römern und Germanen im Lichte der früh­geschichtlichen Funde" behandelt. An dieser Stelle wollen wir nicht vergessen, der Arbeit zu gedenken, welche die Brandenburgia" bei der Verbreitung vorgeschichtlicher Kenntnisse geleistet hat. Hier war in langen Jahren schon von Friedel der Boden bereitet. Die Ausführungen Mielkes in dieser Festschrift und die Jahrgänge unserer Zeitschrift legen dafür beredtes Zeugnis ab. In den Brandenburgiasitzungen weckten aber auch die neuen Bestrebungen einen so lebhaften Widerhall und wurden so wirksam unterstützt, daß der Eifer immer aufs neue an­gespornt werden mußte. Und in der Brandenburgia fanden alle, die anders­wo in Einzelvorträgen und Vortragsreihen erste Anregung empfangen hatten, den Kreis, der sie stets auf dem Laufenden erhielt und mit allen So sind auch Neuerscheinungen und allen Fortschritten vertraut machte. auf vorgeschichtlichem Gebiete die Erfolge des Märkischen Museums und die Arbeit der Gesellschaft für Heimatkunde nicht zu trennen, ja nicht einmal getrennt zu denken.

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