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II. Die Zusammenarbeit der vorgeschichtlichen Abteilung
mit der Schule.
Über diesen Teil der Tätigkeit kann ich mich kurz fassen, da ich in der„ Museumskunde" Bd. XVI 1922(„ Die vorg. Abteilung des Märkischen Museums als Bildungs- und Lehranstalt") und in der , Heimatschule" I. Jahrg. ausführlich darüber berichtet habe. Außerdem sind die befolgten Grundsätze und Ziele von mir in einer besonderen Schrift( Die heimische Altertumskunde in der Schule, Berlin, Sigismund 1915) dargelegt worden. Hier kann es sich nur noch darum handeln, nach einigen Ausführungen von allgemeiner Bedeutung eine Zusammenstellung des Geschehenen zu geben und über das zu berichten, was nach dem Erscheinen jener Veröffentlichungen getan worden ist. Mit dem Bestreben, die Vorgeschichte dem Schulunterricht einzufügen und dadurch den heimatkundlichen Unterricht zu befruchten, betrat das Märkische Museum Neuland. Vorher hat allenfalls hier und da ein Lehrer, der zugleich Ausgrabungen unternahm oder Mitglied einer Altertumsgesellschaft war, seine Schüler mit diesen Dingen in Berührung gebracht( Vgl. meinen Artikel„ Vorgeschichte im öffentlichen Unterricht" in Eberts Reallexikon für Vorgeschichte 1924). Meine Pläne wurden denn auch auf diesem Gebiete von manchem Fachgenossen Bei der Lehrerschaft aber trafen mit Kopfschütteln aufgenommen. schon die ersten Versuche auf bereitwilliges Entgegenkommen, trotzdem die Schule ganz gewiß überlastet war und man alles Mögliche und Unmögliche von ihr verlangte.
Hier aber handelte es sich um ein bisher völlig vernachlässigtes Gebiet, das dem deutschen Bildungsideal schon längst hätte naheliegen sollen. Von vornherein wurde die Behandlung der Vorgeschichte nicht als die eines neuen Faches, sondern zur Ergänzung, Belebung und Erweiterung anderer Fächer, vor allem der mehr und mehr in den Mittelpunkt tretenden Heimatkunde, erstrebt.
Der eingeschlagene, schnell aufwärtsführende Weg sei durch die einzelnen Stufen kurz gekennzeichnet.
1. 1908: Führungen der Direktoren und Oberlehrer der höheren Lehranstalten sowie der Schulinspektoren und Rektoren der Berliner Gemeindeschulen durch die Schausammlung.
2. 1909/14: Einzelvorträge des Abteilungsleiters in den Lehrervereinen Charlottenburg, Neukölln, Cöpenick.
3. desgl.: Vortragsreihen in den Lehrervereinen Neuruppin, Brandenburg a. H., Potsdam und Pankow.
4. 1910/19: Teilnahme zahlreicher Lehrkräfte aller Schulen an den Vorträgen und Führungen der Humboldt- Hochschule.
5. 1912: Vortrag im Berliner Lehrerverein am Abend der Gründung der„ Heimatkundlichen Vereinigung"( Vgl. Päd. Ztg. 1912:„ Ein großer Tag").
6. 1912: Ausstellung einiger vorgeschichtlicher Funde und Bucher Ausgrabungsergebnisse im Rahmen der„ Heimatkundlichen Ausstellung des Berliner Lehrervereins" im Abgeordnetenhause anläßlich der deutschen Lehrerversammlung.