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denen der Nachbarprovinzen und-länder. Zu diesem Zwecke sind von mir z. B. Studienfahrten nach Halle, Leipzig, Dresden, Breslau, Görlitz, Bautzen, Nordhausen, Göttingen, Kassel, Fulda, Gießen, Marburg und Hannover unternommen worden, um die vorgeschichtlichen Funde der dortigen Museen zu studieren. So muß jeder Hörer ein klares Bild über uralte Kulturzusammenhänge erhalten. In den ersten größeren heimatkundlichen Schulmuseen in Leipzig und Dresden konnten Erfahrungen, Wünsche und Meinungen ausgetauscht werden.( Die Studiengemeinschaft wird für die endgültige Gestaltung der Lehrerbildung und vor allem der Lehrerfortbildung sicher noch von großer Bedeutung werden).
17. Weitere fördernde Schritte unternahm der 1920 im Märkischen Museum gegründete„ Reichsbund Heimatschule" mit seinen stark besuchten Tagungen in Würzburg 1921, Gießen 1922 und Lauterbach 1924, bei denen auf besonderen Wunsch der bayerischen und hessischen Lehrer die Vorgeschichte voll zu ihrem Rechte kam und die in der vorgeschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums gemachten Erfahrung verwertet wurden( Vorträge von mir über Buch, Seddin, Trebus usw.).
18. 1923: Einen neuen Weg habe ich in Cöpenick einzuschlagen versucht, auf den ich schon in der„ Museumkunde" 1916 hingewiesen hatte. Gelegentlich der Behandlung sämtlicher Altertümer aus dem Bezirk 16 veranstaltete ich eine Ausstellung dieser vorgeschichtlichen Funde. Die prachtvollen Bronzen vom Dammfelde, aus der Wuhlheide, der kulturgeschichtlich so bedeutsame, reichhaltige Gießerfund von Spindlersfeld und die große Doppelkreuzfibel von Schmöckwitz bildeten den glänzenden Grundstock dieser Ausstellung, um den sich die zahlreichen Grab- und Siedlungsfunde wirksam gruppierten. Wenn unter den zahlreichen Hörern der Vorlesungen oder unter den Besuchern des Elternabends in der überfüllten Aula der„ Körnerschule" etwa noch Leute gewesen sein sollten, die in den alten Wahnvorstellungen der„ Töpfe und Scherben" gelebt haben, hier sind sie wohl gründlich geheilt worden. Damit war der Weg der Wanderausstellungen in den Außenbezirken beschritten.
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19. 1924: Recht guten Erfolg hatte dann die erste große Wanderausstellung vorgeschichtlicher Funde aus dem Märkischen Museum in der Gemeindeschule in der Tilsiter Straße zu Berlin( Januar bis März 1924). Die begrenzte, aber doch reichhaltige Auswahl von Altertümern eignete sich besonders zur Einführung der Lehrkräfte, der Schüler und der Eltern und bereitete alle auf den Besuch des Märkischen Museums vor. Den einleitenden Vortrag über die Bedeutung der Altertümer habe ich zur Eröffnung der Ausstellung selber gehalten. Auch einen Elternabend( 400 Besucher) hatte ich übernommen. Die übrigen Elternabende wurden von Teilnehmern des Seminars am Märkischen Museum geleitet. Die Ausstellung ist im Laufe zweier Monate von 321 Schulklassen besucht worden. Für die Sommermonate wurde die Wanderausstellung nach der Reichenberger Straße verlegt. Der Besuch der Lehrer- und Elternabende war hier nicht minder stark. 329 Schulklassen wurden geführt. Für das Herbstvierteljahr( Oktober bis Dezember) 1924 ist die Aus