Heft 
(1924) 33
Seite
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Wie weite Kreise das Interesse für heimische Altertumskunde schon erfaßt hat, das bewiesen schon die im Winter 1919 im Märkischen Museum gehaltenen Vorträge. An den beiden Abenden, an denen über die Kultur der Stein- und der Bronzezeit gesprochen wurde, war der Hörsaal überfüllt.

21. In der Urania" wies der Vortrag über die Urgeschichte der Mark" ein volles Haus auf, und beim Vortrag über die Ausgrabungen von Buch" war der Erfolg derselbe. Außer in den auf Seite 55 genannten Städten mußte ich über Buch sprechen in Altona, Görlitz, Sorau, Perleberg, Wittstock, Kyritz, Weimar, Würzburg und Gießen( S. 56). 22. 1924: Im Herbst 1924 wurden die Lehrerkurse am Märkischen Museum zur Einführung in die Vorgeschichte"( und diesmal auch in die Naturgeschichte) wieder aufgenommen. Hier ist das Interesse wieder so stark, daß die Zahl der Hörer beschränkt werden mußte.

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23. Herbst 1924: Abermals ein neuer Weg ist im November d.J. beschritten worden. Das Märkische Museum veranstaltete gemeinsam mit der Brandenburgia" und dem Bezirksamt Spandau einen Vor­tragsabend in der Aula des Lyzeums in Spandau. Ich sprach über Spandaus Urzeit". Der Saal konnte nicht alle Hörer fassen. Besonders stark waren die Lehrkräfte und die Schüler der oberen Klassen vertreten.

Wir sehen, der Wissensdurst ist groß, und die Kunde von der Vorzeit übt schon hinreichend Anziehungskraft aus.

Wir wollen nicht übermütig und nicht müde werden; aber dieses schönen Erfolges einer Arbeit von 16 Jahren wollen und dürfen wir uns freuen.

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III. Das Seminar.

1. Gründung und Ziel. Mit Zustimmung und Unter­stützung der vorgesetzten Behörde schloß ich 1915 eine Anzahl besonders eifriger Teilnehmer an meinen Vorlesungen und Lehrer­Mir kam es dar­kursen zu einem Uebungsseminar zusammen. auf an, einen Stamm von Hilfskräften heranzubilden, die befähigt wären, an der Erforschung der märkischen Urzeit und der Verbreitung vorgeschichtlicher Kenntnisse mitzu­arbeiten. Seit seiner Gründung ist dieses Seminar ununterbrochen stark besucht worden( 20-30 Teilnehmer). Die Hilfsarbeit hat sich vom ersten Jahre an besonders beim Aufsuchen und Feststellen vor­geschichtlicher Wohnstätten fruchtbar erwiesen. Während der schlimmen Jahre 1918-23 sind Ausgrabungen überhaupt nur mit Hilfe der Seminar­teilnehmer möglich gewesen. Besonders dankenswert ist aber die neuerdings ins Werk gesetzte freiwillige Uebernahme von Vorträgen an Elternabenden. Zum Lernen ist am Museum reichlich Gelegenheit. Alle neuen Funde und im Anschluß daran alle vorhandenen Typen Ein solches sind im Laufe der Zeit gründlich bearbeitet worden. Seminar besteht m. W. an keinem Museum.[ Allerdings sind an einigen Universitäten( z. B. Leipzig, Hamburg und Halle), die Seminare erfreu­licher Weise eng mit den Museen verknüpft]. Hier nähert sich die Arbeit des Märkischen Museums derjenigen der Universität. Das Seminar unter­scheidet sich jedoch von den meisten Universitätsseminaren dadurch, daß sogar in der Mehrzahl völlig ausgereifte Hörer teilnehmen, vor