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allem auch solche, welche die Universität längst verlassen haben, und daß die Mitglieder nicht nur einige Semester mitarbeiten, sondern teilweise Jahre hindurch. Es sind Teilnehmer vorhanden, die nahezu 10 Jahre im Seminar tätig sind. Während der letzten Zeit wirkt dieses Seminar zugleich als Ausschuß der„ Brandenburgia", ,, Brandenburgia", als„ Arbeitsgemeinschaft der Großberliner Volkshochschule" und ist mit den Uebungen der„ Studiengemeinschaft für wissenschaftliche Heimatkunde" verbunden. Gerade die Verknüpfung aller dieser Bestrebungen macht das Märkische Museum zu einem Mittelpunkt, zu einem wahren Heimatmuseum und gibt seinen Arbeiten erst die rechte Wirkung. Die Arbeiten des 2. Umfang des Arbeitsgebietes. ihren Anfängen auf aus ,, SiedlungsSeminars bauten sich in Jahre archäologischen Uebungen“, die während der ersten Brennpunkte der Betrachtungen standen, wie die Siedlungsforschung damals schon einen ganz erheblichen Teil der Tätigkeit unserer Die Haus- und vorgeschichtlichen Abteilung in Anspruch nahm. Dorfforschung des Märkischen Museums Museums stützte diese Uebungsund Kleinarbeit im Seminar und gab ihr zugleich die werbende Kraft, die auch Gereifte anzog und zur Vertiefung ihrer schon anderswo gewonnenen Kenntnisse anregte. Auf der Grundlage der auf zahlreichen Ausgrabungsplätzen erzielten Erfahrungen konnte das umfangreiche Gebiet der Siedlungsfragen aller Zeiten bearbeitet werden, wobei natürlich das Verständnis der vor- und frühgeschichtlichen Aber gerade auch Perioden stets Ausgangs- und Zielpunkt blieb. die ihrem Charakter nach noch längst nicht völlig geklärte Siedlungstätigkeit des Kolonisationszeitalters in unserem deutschen Osten, mochte es sich um die Entstehung der Städte oder die Anlage der Dörfer handeln, regte immer und immer wieder zu neuer Fragestellung an und forderte geradezu gebieterisch eine Klärung des Verhältnisses der frühmittelalterlichen Gründungen des 12. und 13. Jahrhunderts zu den vorgeschichtlichen, den wendischen sowohl wie den germanischen. Aus einer Zeit, die keine Urkunden hinterlassen hat, sind die Siedlungsspuren unsere einzigen untrüglichen Wegweiser. Nach ihnen wurde denn auch mit größtem Eifer gefahndet.
Grundlage dieser Tätigkeit wurde mein schon 1913 im Korrespondenzblatt der Anthropologischen Gesellschaft XLIII erschienener Aufsatz über ,, Vorgeschichtliche Wohnstätten und die Methode ihrer Untersuchung", und ein Zeugnis der oben geschilderten Seminararbeit ist die 1916 in derselben Zeitschrift veröffentliche Abhandlung über ,, das Aufsuchen und Feststellen vorgeschichtlicher Siedlungen", in der auch eine Fülle des von den Teilnehmern erarbeiteten Materials mit veröffentlicht wurde unter jedesmaliger Angabe des jeweiligen Entdeckers der betreffenden Spuren. Daß diese Art der Tätigkeit bis in die letzte Zeit hinein fortgeführt worden ist, dafür zeugt die in vorliegender Festschrift enthaltene Arbeit von Wilke, die nur eine kurze Probe dessen darstellen soll, was von ihrem Verfasser und von anderen Teilnehmern geleistet werden konnte.
Schon allein die notwendige, zuweilen recht schwierige Beurteilung der gefundenen Siedlungsreste zwang die Teilnehmer jedoch, sich mit Typologie und Chronologie recht gründlich zu beschäftigen, und so ergab sich im Laufe der Zeit ganz von selbst die Ausdehnung der Arbeit auf alle Probleme der Vorgeschichte. Aus den ,, siedlungsarchäologischen" wurden ganz von selbst ,, vorgeschichtliche"
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