Heft 
(1924) 33
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zusammen,

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sich nun erst recht! Mit Freude blicken wir zurück auf die zahlreich besuchten Einführungskurse in die Vorgeschichte, mit deren Durchführung damals Dr. Kiekebusch auf Antrag der Heimat­kundlichen Vereinigung von der Schuldeputation beauftragt wurde. Die Bucher Ausstellung hatte weiten Kreisen der Lehrerschaft die Augen für den erzieherischen Wert der heimischen Altertumskunde geöffnet. Aber der Krieg zog weitere Kreise. Im Jahre 1916 waren zeitweise sämtliche arbeitende Mitglieder eingezogen; mehrfache Ver­suche in späteren Jahren, die Arbeit planmäßig aufzunehmen, blieben erfolglos. Im März 1919 fanden sich 19 Freunde der Heimatkunde neuem. Der Krieg und seine die Arbeit begann von Folgen hatten deutlich genug gezeigt, welch furchtbares Un­Unkenntnis des heil Unkenntnis der Heimat, heimischen und deutschen Volkstums im Gefolge habe. Allen in jener Sitzung Anwesenden war es klar, daß wir die Heimatkunde auf eine viel breitere und tiefere Grundlage stellen müßten, daß es sich nicht nur um ein Kennenlernen der Heimat, sondern um Eindringen in ihr Leben, in die Gemeinschaft des Menschen mit der Umwelt handeln müsse. Damit wurde die Heimatkunde aus der Reihe der Fächer herausgezogen, wurde ein sie verbindendes Fach. In diesem Sinne bewegten sich auch die Arbeiten des im Juni 1919 ge­gründeten Lehrplanausschusses Groß- Berlin, die im Wir wußten sehr Herbst des Jahres 1920 zum Abschluß gelangten. wohl, daß mit der Aufstellung der Forderungen, mit der Tätigkeit in der Vereinigung allein das Werk noch lange nicht gesichert sei, des­die ,, Lehrgänge und halb vornherein in wurden von Uebungen des Berliner Lehrervereins", aus denen später die Diesterweghochschule hervorging, heimatkund­liche Vorlesungen und Führungen eingegliedert. Uns war ferner klar, daß unser Vorhaben Stückwerk bleiben mußte, wenn nicht die innigste Verbindung zwischen Wissenschaft und Schule hergestellt wurde und wenn wir in Berlin allein ohne Fühlung blieben mit denen, die draußen im Lande am gleichen Werk standen, deshalb beteiligten wir uns an dem Ausschuß zur Pflege der Heimatkunde in der Schule, der 1920 gelegentlich der Tagung der Gesellschaft für deutsche Vorgeschichte in Berlin entstand, der dann aber seine Tätigkeit einstellte zu Gunsten des Reichsbundes Heimat­schule, zu dessen Gründung Flugblätter aufforderten, die einige Wochen später von Liegnitz aus verschickt wurden. Der Versender jener Flugblätter verzögerte jedoch aus unbekannten Gründen die Gründung selbst, deshalb regten wir zum 5. Dezember 1920 eine Ver­sammlung im Vortragssaal des Märkischen Museums in Berlin an, auf der die Gründung vollzogen wurde.

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Entscheidend für die Arbeit der Heimatschulfreunde wurde das Erscheinen der Richtlinien zur Aufstellung von Lehr­plänen für die Grundschule und für die vier oberen Klassen, die das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung unterm 16. März 1921 bezw. 15. Oktober 1922 erließ und die eine wertvolle, notwendige Ergänzung durch den Lehr­mittelerla ß des gleichen Ministeriums vom 25. Juni 1924 erfuhren. Durch diese Erlasse wurde ein gut Teil unserer Forderungen erfüllt. Der neue Lehrplan von 1924 verdeutlicht die Forderungen der Richt­