Heft 
(1926) 35
Seite
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Zum ,, Rügianischen Wolfslied".

( Jahrg. 34, 109-121).

Von Dr. HERMANN KÜGLER.

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Leider sind in dem Abdruck des Liedes einige Druckfehler stehen geblieben: Teil 1, Str. 4, Zeile 2 lies: Da he( nicht: se) hörde Str. 12, Zeile 2: setze an den Schluß das Semi­

disse nyge Mähr.

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kolon von Zeile 3 und entferne es hinter Buhren".- Str. 29, Zeile 1 lies: was( nicht: wos). Str. 35, Zeile 1 lies: Schmathagen( nicht:

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-hageu); Zeile 2 lies: behagen( nicht: besagen). Teil 2, Str. 44, Zeile 6( S. 120) lies: He hadde en( nicht: an) sehn.- S. 114 Anm. 16 lies: Kattenjagd; S. 121 Anm. 104, Nachtrag zu S. 110 lies: im( nicht: in) Solling.

Die Veröffentlichung hat mir einige sehr dankenswerte Zuschriften eingetragen. Ich drucke sie mit nochmaligem Dank an die Einsender ab.

Unser Mitglied Herr Direktor Maurer meint, in Str. 1 müsse mit dem Ausdruck kahle Acker- Mohr" eine Mähre gemeint sein, und zwar eine abgeschundene Schindmähre. Str. 2: Sparen seien Spuren. Natürlich! Dähnert bezeichnet nur Sparen als veraltet; zu seiner Zeit sagte man Sporen. Ich habe dies in der Anmerkung unklar bezeichnet. Str. 6: Pagen bedeute im Dänisch- Seeländischen einen Prügel, Knittel Str. 18: Poock sei in Mönchgut ein Spieß, eine Picke, im Niederländischen ein Dolch, Schüreisen. Ich verweise hierzu auf Haas Worm, Die Halbinsel Mönchgut und ihre Bewohner. Stettin, Burmeister, 1909, S. 56.

Der bekannte Sagenforscher Herr Prof. Knoop in Stargard in Pommern verweist mich zu dem Thema von den mißlungenen Jagden noch auf seine Sagen des Kreises Regenwalde Nr. 107( Labes, Straube, 1924) und Sagen des Kreises Lauenburg Nr. 158( Köslin, Hendeß, 1925). In einer noch ungedruckten( demnächst in Knoops Kolberger Schwänken) Sage aus der Gegend von Kolberg ziehen die Dassower gerüstet gegen einen anrückenden Feind aus, voran der Bürgermeister, auf einer Kuh reitend. Der Feind entpuppt sich als aufsteigender Nebel.- Die anderen Einsender, die zu diesem Thema Parallelen schickten, haben meine bibliographischen Angaben nicht nachgeprüft, in denen sie alle schon verzeichnet stehen. Wer sich wissenschaftlich mit diesem Stoffe beschäftigt, kann nicht an dem von mir angeführten Werke von Bolte- Polívka vorbeigehen. Ich muß schon voraus­setzen, daß es zum mindesten der Fachmann kennt oder besitzt; mit diesem Wunsche mag sich ein Vorwurf, ich sei in meinen Angaben nicht vollständig gewesen, von selber richten. Wer kann überhaupt vollständig sein?

Den für die Datierung wertvollsten Beitrag bot mir eine Dame: Frau Hilma Senn, geb. v. Kahlden, in Konstanz am Bodensee. Sie arbeitet an einer Geschichte ihrer Familie und teilte mir daraus u. a. das Folgende mit: Die letzte Wolfsjagd auf Rügen fand nach Wackenroder in der Tat 1695 in einem harten Winter statt. Im übrigen aber komme ich zur Datierung des Gedichts zwischen 1655 und 1660, ich möchte fast noch genauer be­haupten: 1655-1657.*)

*) Ich setze es frühestens ins Jahr 1661, gemäß S. 118, Anm. 65. Dazu noch S. 111.