Heft 
(1926) 35
Seite
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Die angeführten Adligen sind fast sämtlich damals auf Rügen erbsessen und bekanntere Persönlichkeiten. Der Verfasser muß die Betreffenden ziemlich gut gekannt haben, nach den mancherlei An­spielungen und Beziehungen zu urteilen. Von den Kahldens sind auch nur die auf Gütern ansässigen, hauptsächlicheren Vertreter ge­nannt, diese freilich vollzählig. Zu meiner Datierung veranlaßt mich nun hauptsächlich folgendes: Köhne v. Kahlden( dessen Neffe Phil. Jul. auch einen Kontrakt 1656 in Vollmacht seines Vaterbruders K. unterzeichnet) war ein ziemlich alter Mann und starb 1657. So wären die Jahre vorher in Betracht zu ziehen. Dafür, daß es aber nicht vor 1655 entstand, scheint mir beweisend, daß zwar Marten und Hans( möglicherweise auch ihr Bruder Balzer) genannt sind, nicht aber ihr 1655 noch lebender Vater, der hochbetagt in diesem Jahre gestorben sein muß Er war eine so bekannte Persönlichkeit, daß er sicher neben oder statt seiner Söhne genannt worden wäre. Phil. Julius, Köhne, Hans und Marten sind absolut eindeutig aus meinen Stamm­tafeln bestimmbar und mit Daten zu belegen, ebenso Balzer auf Malzin und Andreas auf Rentz( nicht Wentz). Letzteres ist eins der größten K.'schen Güter.

Nicht so sicher ist, welcher Henning gemeint ist, obwohl es ziemlich sicher der 1659 auf Zicker gestorbene sein muß. Dessen Sohn Henning war damals erst 18 und die andern noch vorkommenden reichen nicht an die Bedeutung des Zickerschen heran Nicht sicher ist auch der Baltzer, wahrscheinlich der Bruder von Marten und Hans.

Ganz unklar ist mir Gustav, wie Sie lesen. Der Name Gustav kommt ganz sicher in dem Geschlecht erst im 18. Jahrhundert auf; dagegen ist Gützlav im Malziner Zweig gebräuchlich. Freilich paẞt mir in die Zeit auch keiner recht; der alte Gützlav starb zwischen 1622 und 1642, der junge, der zudem Gützlaf Arend heißt, ist zu jung. Könnte es nicht Jarslav heißen?*) Deren gibt es mehrere in der Zeit. Von den anderen Namen finde ich aber nur zufällig Evert von Ahnen), 1664, was ja auch paẞt."

Bücherbesprechung.

Im Flugzeug über Berlin, von Dr. Ing. E. Ewald.

Herausgeber:

W. Ratthey, Berlin und Felix Heuler, Würzburg, N. G. Elwertsche Verlangsbuchhandlung( G. Braun), Marburg/ L.

Noch vor vielleicht 20 Jahren gaben ernst zu nehmende Personen ihr Urteil über das Können der Menschen dahin ab, daß der mensch­liche Geist nie rasten, sondern die Welt und die Elemente auf der Erde und in der Luft sich immermehr untertan machen werde, nur das Fliegen" in der Luft werde er infolge der Schwere des eigenen Körpers nie erlernen. Nie werde er sich, den Vögeln gleich, in der Luft tummeln können! Und heute? Nicht nur, daß der Mensch imstande ist, sich gleich den Vögeln in der Luft zu bewegen, vollbringt er dort auch Arbeiten, deren Herstellung gleichfalls zu dem Unmöglichen" gehalten wurde.

*) In der Hs. steht deutlich Gustav: möglich, daß der Abschreiber den Namen Jarslav in der Vorlage nicht verstanden und die ihm geläufige Form eingesetzt hat.**) Teil 1, 49.