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daß das Gegenteil der Fall ist. Mit diesem Vorwerk hatte sich bis 1916 überhaupt noch niemand eingehend beschäftigt. Die meisten Kenner der Geschichte Berlins, die ich danach fragte, wußten von ihm überhaupt nichts, und ich halte es auch heute noch nicht für überflüssig, hinzuzufügen, daß dieses Vorwerk vor dem Schönhauser Tore lag und nur eine Zeit hindurch mit dem Amte Niederschönhausen durch Pachtvertrag verbunden war.
Ich hatte( S. 124)„ die Vermutung ausgesprochen",- auf daß wir in den Vordiese Form lege ich ganz besonderen Wert, werksländereien das alte Rittergut Berlins vor uns hätten. Es ist nicht uninteressant, daß K bei den Vorarbeiten zu seinem Aufsatz in Akten, die mir 1916 gar nicht bekannt waren, die 11 Hufen des Vorwerks als Ritterhufen verzeichnet fand. Kaebers Auseinandersetzungen allererkenne ich im ganzen an. Eine wie ich gern zugebe dings nur schwache Möglichkeit wäre noch vorhanden, daß in diesem Vorwerke vielleicht doch einige wenige alte Ritterhufen steckten. Wir wissen ja, daß der ursprüngliche Besitz eines Rittergutes sehr geringfügig war. K. meint nun, ich hätte mich bemühen müssen, dem Ursprung des Vorwerkes auf den Grund zu kommen. Das hätte ich auch gern getan. Abgesehen davon, daß dieses reine Aktenstudium ja Aufgabe des Historikers ist, fehlte es mir durch meinen Eintritt ins Heer und durch meine Fachstudien an Zeit. Dann aber war auch die Bearbeitung dieses Gebietes, wie auch schon aus meiner Arbeit zu ersehen ist, von einem meiner Hörer übernommen worden, von Herrn Rektor Behrendt'), der durch enge Fühlungnahme mit den letzten Besitzern, den Griebenows, Bötzows, Spiekermanns, die Frage zu klären suchte und neben seiner Veröffentlichung in den„ Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins" eine neue Arbeit in Aussicht gestellt hat.
Bis auf den Grund ist K. auch noch nicht gegangen, erklärt vielmehr, es wäre eine lohnende Aufgabe, die Entstehung des kurDie Ergebfürstlichen Besitzes auf der Stadtflur näher zu verfolgen. nisse dieser Untersuchungen würden die Frage vielleicht in abschließender Weise klären können.
Das Dorf Wedding hat nur ganz kurze Zeit bestanden. Den„ Upstall" 2) hatte schon 1251 war es schon verschwunden. Fidicin als Zeugen des alten Dorfes betrachtet. Ich habe noch den ,, Bullenwinkel" und die„ Kirchheide" zugefügt. K. meint, ob diese Bezeichnungen an das verschwundene Dorf erinnern,„ mag fraglich sein, es kommt auch nicht darauf an". Für meine Beweisführung doch. Jedes Zeugnis ist unschätzbar. Die weit hergeholte Erklärung des Namens„ Kirchheide" bei Fidicin, die ich abgelehnt hatte, zieht K. wieder heran 3 u. 4). Es ist doch aber wohl wirklich einfacher, anzunehmen, der Flurname" Kirchheide" deute auf Kirchenbesitz, als zu glauben, daß diese Bezeichnung in Zusammenhang stände mit dem guten Slavengotte Bilbuk!
1) Brandenburgia 1916 S. 124 Anm. 1 und 1918 S. 37( Siedlungsarch. Uebungen). Mitteilungen 1919 S 62 ff. u. 1921 S. 33 ff.
2) Histor.- diplom. Beiträge V S, XXIX.
3) Histor.- diplom. Beiträge V. 1842 S. XXVIII 4) Brandenburgia 1916 S. 119.