260
Wanderungen über lnürkische Friedhöfe.
Die bei Christo, wenn sie sterben,
Wohnung, Heil und Leben erben.
Gute Mutter, dieses Denkmal Weihet Kinderliebe Dir;
O verleihe Deinen Segen Noch aus jenen Höhen uns,
Nicht um vor der Welt zu prunken,
Stellen wir diesen Stein Dir auf,
Nein, um kindlich Dich zu ehren,
Gruben wir diese Zeilen drauf.
Mit Schmerzen bist Du hingeschieden;
In Deiner vollen Manneskraft
Hat Dich ein Scbmerzenstod hinnieden
Aus unserm Kreise hingerafft.
Überschwänglich ist der Nachruf eines 8jährigen Knaben:
Fromme Tugend in der schönsten Hülle,
Ach so früh entschliefst Du schon!
In dein Reiz der ersten Jugendfülle Bist Du lieber Sohn, uns entfloh’n!
Hier am Grabe faßt uns banges Schrecken,
Nicht der Eltern Trilnen können Dich erwecken,
Frommer Engel, stehst an Gottes Tron!
Doch nun zurück auf den heimischen Boden. Bei einer märzlichen Wanderfahrt schrieben wir vom Kirchhof zu Kaulsdorf (Ostbahn) diesen Vers ab:
Im Grabe findieh meine Kuh’,
Ich eile nun dem Himmel zu;
Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz Der Krankheit Last, des Todes Schmerz.
Zu Zepernick bei Bernau bei einem 9 Monat alten Knäblein:
Kaum zum Leben aufgeblüht,
Reichst Du uns die Abschiedshand,
Und die Engelseele zieht In der Engel Heimatland.
In unserm Wandernotizbuch fanden wir gerade hierunter eine ernste englische Grabschrift, die unser Altmeister des Wanderns, Dr. Theodor Fontane aus der Melrose-Abtei mitteilt;
Erde gleißt auf Erden In Gold und Pracht,
Erde wird Erde,
Bevor es gedacht.