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21. (8. außerordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
besprochen. Vergl. Monatsblatt IV. 14; V. 293; VI. 279; XI. 13, 92 und 380; XII. 193 und unsere Jubiläumsfestschrift von 1902 S. 60 sowie Tafel XXII, ingleichen meine ausführliche vom Märkischen Museum mit Unterstützung u. M. Dr. Bahrfeldt herausgegebene Folioschrift über Hacksilberfunde mit vielen Tafeln. In dem Leissower Ilacksilberfund des Märkischen Museums befindet sich ebenfalls eine Andeutung christlicher Kunst: eine runde Platte mit einem Heiligen in Mönchskutte und einem eingekerbten Kreuz. Dieser Fund gehört ungefähr in die Zeit des Ilolmer Silberfundes. Diejenigen, welche diese Silberschätze beisetzten, sind wohl meist eines jähen Todes gestorben, ohne daß sie noch in der Lage waren, Nachrichten über den betreffenden Versteck zu hinterlassen.
XV. Nouentdeckte Höhlenmalereien in Spanien. Der Direktor der Schule der Wissenschaften und Künste von Terrelavega (Santander Alkalde), del Rio, berichtet von der Auffindung prähistorischer Malereien in den Grotten von Pindal, Loja, Santian und Clotilde. Die interessantesten Beispiele prähistorischer Kunst fanden sich in der Grotte von Pindal; in den merkwürdigen Darstellungen sah man einen Elefanten, Beile, bei denen der Stiel anders gefärbt war als die Klinge, sowie Darstellungen von Büffeln, Pferden, Hirschen und eines Fisches. Durch die neuaufgefundenen Grotten wächst die Zahl dieser mit Zeugnissen der prähistorischen Kunst geschmückten Höhlen auf 35 an.
So unvollkommen diese vorläufige Nachricht ist, will ich sie mitzuteilen nicht unterlassen, weil dergleichen älteste bildnerische Darstellungen des Urmenschen, die uns in der Brandeübnrgia in den letzten Jahren wiederholt beschäftigt haben, zu den merkwürdigsten Kulturzeugnissen unseres Geschlechts gehören.
XVI. Die 1900ste Wiederkehr des Jahrestags der Varusschlacht im Teutoburger Walde wird in diesem Jahre in großartiger Weise sowohl in Detmold als auch bei dem von dem Bildhauer v. Bändel geschaffenen Arminius - Denkmal nahe dem mutmaßlichen Schlachtfelde gefeiert werden. Jede Nachricht über Varus ist willkommen, deshalb bringen wir folgende Mitteilung des Altertumsvereins zu Haltern, die bereits vom Januar v. J. datiert. Auf der Jahresversammlung des Vereins, dessen Mitgliederzahl von 106 auf 125 gestiegen ist, teilte der Vorsitzende Dr. Conrads mit, daß vor einigen Tagen der Verein ein sogen. Varusstein überwiesen worden sei, eiu Fragment von einem mit einer Inschrift versehenen Gedenkstein aus Pergamon in Kleinasien, den der Direktor des ottomanischen Museums in Konstantinopel, Hamdi Bey, durch Vermittlung des Professors Conze dem hiesigen Museum zugesandt hat. Die in griechischer Sprache abgefaßte Inschrift lautet in der Übersetzung: „Das Volk der Provinz Asia setzte diesen Gedenkstein dem Quästor Quintilius Varus.“ Ein ähnlicher Gedenkstein mit einer Inschrift von