Heft 
(1910) 18
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23. ( 9 . ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

Wie bekannt, handelt es sich um vier Neu- bezw. Erweiterungs­bauten auf dem grossen, vom Kaiser-Friedrich-Museum, der National­galerie, dem Alten und dem Neuen Museum umgebenen Gebäude. Die Anordnung ist so gedacht, daß direkte Verbindungen zwischen dem Alten und Neuen Museum einerseits und dem Kaiser-Friedrich-Museum auf der anderen Seite unter möglichster Wahrung der Einheitlichkeit der Gesamt­bauten geschaffen werden und dass auch eine Vereinigung der bestehenden und der neuen Institute als abgerundeter Museums-Komplex auf der sog. Museumsinsel erzielt wird. Als Messel selbst vor einem Jahre in der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses an der 1 land seiner Pläne den beabsichtigten Neubau des Museums für die antike und für ältere deutsche Kunst eingehend schilderte, wurde die Anlage einmütig als wundervoll bezeichnet. Der Neubau, der einen Kostenaufwand von annähernd sieben Millionen erfordert, zu denen noch drei bis vier Millionen für die weiteren Arbeiten kommen, sollte eigentlich schon im Herbst dieses Jahres vollendet werden. Die Erkrankung Messels, die ihn zwang, seiner künstlerischen Tätigkeit zu entsagen, um fern von Berlin Erholung zu suchen, verzögerte jedoch die Inangriffnahme des Werkes. Als dann die traurige Kunde von dem Heimgang des Meisters kam, tauchten bange Zweifel auf, wie die Durchführung der Pläne zu beschaffen sei.

In verständnisvoller Würdigung der Wichtigkeit, welche die Fort­führung der Königlichen Museumsbauten für Berlin hat, ist seitens des Magistrats der Stadtverordneten-Versammlung folgender Antrag unter­breitet worden:

Vorlage (J.-Nr. 278 G. B. I. 09) zur Beschlußfassung, betreffend die dem Stadtbaurat Geh. Baurat Dr. Hoffmann zu erteilende Erlaubnis, die von Alfred Messel entworfenen Pläne der Berliner Museumsbauten

weiter zu bearbeiten.

Der Stadtbaurat, Geh. Baurat Dr. Hoffmann, hat in einem an den Unterzeichneten Oberbürgermeister gerichteten Schreiben vom 3. d. Mts. mitgeteilt, daß er vom Königlich Preußischen Kultusministerium auf­gefordert worden ist, die Pläne des Geh. Regierungsrats Dr. Alfred Messel zu den Museumsbauten in Berlin weiter zu bearbeiten, und daß dies auch der Wunsch seines verstorbenen Freundes Messel gewesen. Er hat zu­gleich die Bitte ausgesprochen, die Zustimmung der städtischen Behörden zur Übernahme dieser Arbeiten zu erwii'ken.

Bei seiner Anstellung ist Herrn Stadtbaurat Hoffmann in seiner Bestallung die Verpflichtung auferlegt worden,

daß derselbe weder die Ausführung von Privatbauten noch Nebenämter irgend welcher Art, insbesondere auch keine An-