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23. (9. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
XVI. Mitteilungen des Fischerei-Vereins für die Provinz Brandenburg. Bd. II, Nr. B. Zu beachten insbesondere S. 1B5 tlg.: Die Mitteilungen des Herrn Lehrer Bugow, der unlängst mich mit der Pflegschaft des Märkischen Museums am Lienewitzsee führte, über den Lienewitzsee und das Karineken zwischen Caputh und Ferch, Kreis Zauch-Belzig.
XVII. Mitteilung der Berliner Elektrizitätswerke. Jahrgang 5, März 1909. — Darin die schöne Beleuchtung des neuen ansehnlichen Heims und Hauses unseres Berliner Lehrervereins am Alexanderplatz, das wir hoffentlich auch einmal zu sehen bekommen.
XVIII. Aus der Festungszeit Preußischer Kammergerichtsund Regierungsräte auf Spandau 1780. Tagebuch des Rates Neumann, geschrieben während der von Friedrich dem Großen über die Richter im Müller Arnold-Prozeß verhängten Festungshaft. Nebst Erläuterungen vom Kammergerichtsrat Dr. Friedrich lloltze und einer authentischen Darstellung des Prozesses. Mit den Bildnissen des Müllers und seiner Frau nach sehr seltenen Originalen.
Die wegen ihres Urteils durch die Kabinets-Justiz des großen Königs in Haft genommenen Regierungs- und Kammergerichts-Räte sind nicht nur von ihren Zeitgenossen, sondern auch von der Nachwelt in nicht geringem Grade bemitleidet worden, und es soll auch keineswegs geleugnet werden, daß die königliche Entscheidung, wenn sie aucli in guter Absicht gefaßt war, im Hiublick auf die Opfer ein gewisses Bedauern rechtfertigte. Indessen ist die bisherige Annahme, daß das Schicksal der Gefangenen Busch, Bändel und Neumann, Friedei, Graun und Schlecker während ihrer Festungshaft selbst ein schwer erträgliches war, nicht aufrecht zu erhalten.
Das vorliegende handschriftliche Tagebuch eines der Gefangenen, des Regierungsrates Neumann, liefert den Beweis dafür, daß es selbst in absolutistischen Zeiten in Preußen „fidele Gefängnisse“ gegeben hat, in denen es die Gefangenen ganz gut verstanden haben, sich ihre Tage in angenehmster Weise zu verkürzen. So hat der genannte Regierungsrat Neumann bei seinen täglichen Eintragungen mit peinlicher Gewissenhaftigkeit die kleinen und kleinsten Erlebnisse seiner eigenen Person und die seiner Leidensgefährten notiert. Es sind nicht immer gerade zarte Anspielungen und behutsame, alles Anstößige vermeidende Äußerungen und Berichte, die er in seinem Tagebuche gibt. Sie liefern aber ein lebhaftes und wahrheitsgetreues Bild von den Gesinnungen der innerhalb der Spaudauer Festungsmauern schmachtenden Herren Räte.
Durch diese Veröffentlichung werden neue Schlaglichter auf die durch den Müller Arnold-Prozeß hervorgerufenen Zustände und Stimmungen geworfen. Nicht nur zeigen sie uns das Schicksal der Gefangenen selbst