Heft 
(1910) 18
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3. (1. ordentliche) Versammlung des XVIII. Vereinsjahres.

glocken von St. Maria-Magdalenen zu Eberswalde und die große Kirchen­glocke von Alt-Zehlendorf bei Berlin von n. M. Max Kühnlein. Der historische Löwenbrunnen der Stadt Eberswalde von Rudolf Schmidt. Die Burg der Wulkows bei Trampe von Prof. Dr. K. Eckstein und Rudolf Schmidt, d. i. die interessante, im gräflich von der Schulenburg- schen Schloßpark belegene alte Burgstelle, deren Besichtigung seitens der Brandenburgia für den 19. September d. J. in Aussicht genommen ist. Auch die übrigen Mitteilungen enthalten bemerkenswertes.

XXI. Das brandenburgische Dorf. Von Robert Mielke. (Hierzu 12 photographische Aufnahmen). Diesen beachtenswerten Aufsatz unsers verehrten Ansschußmitgliedes lege ich Ihnen in der Woche vom 27. März 1909 vor. Sie finden - von dem Verf., einem der besten Dorfkundigen, anregend geschildert das altsächsische Hans in Mödlich (Lange Wische) unweit der Elbe. Den Hof eines märkischen Bauernhauses derselben Gegend. Den Ziehbrunnen und die Tenne. Ein altsächsisches aber verändertes Haus. Den typischen Dorfteich in der Mittelmark. Den Dorfanger zu Aurith, Kr. West-Sternberg. Den Dorfbackofen und den alten Herd, sogen. Schwibbogen und eine jener tüchtigen ersten unverwüstlichen Granitkirchen, die wir so häufig da, wo Steinfmdiinge massenhaft vorhanden, erblicken.

XXII. Dr. Arthur Crzellitzer, Augenarzt in Berlin: Methoden der Familienforschung. Aus der Zeitschrift für Ethnologie lieft 2, 1909 und dazu gehörigFragebogen und Schema zu einer Sippen­tafel, entworfen von demselben Herrn. Exemplare dieses Bogens stelle ich zur Verfügung.

Verf. behandelt das heikle Thema vom medizinisch-anthropologischen Standpunkt, wie dies seit bereits einer Reihe von Jahren in natur­wissenschaftlichen Schriften geschieht, eigenartig und in anthropologischem Zusammenhänge.

Daneben ist die Familienforschung, wie Sie alle wissen, mit größtem Eifer auch seitens der Historiker und Archivare in Angriff genommen und existieren in dieser Richtung und nach dieser Methode mehrere Vereine in Deutschland, die ich alle gelegentlich in unserm Monatsblatt erwähnt. Für die bürgerliche Familienforschung gibt es hierorts be­kanntlich ebenfalls ein Zentrum, dessen Führer Herr Dr. jur. Bernhard Koerner ist. Ich habe ihm die eingangs gedachten Schriften zugesendet, Herr Koerner verhält sich ihnen gegenüber vollständig ablehnend. Die Genealogie wird leider z. Z. wie aus zwei verschiedenen Welten behandelt: naturwissenschaftlich und kulturgeschichtlich. Es sind das augenblicklich noch feindliche Mächte; es wird aber beiden Teilen nichts übrig bleiben, als sich mindestens über die Methoden zu vertragen. Wenigstens sollten die genealogisch führenden Geister sich vorerst einmal untereinander friedlich aussprechen. Gegenwärtig macht die