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Kleine Mitteilungen.
Kleine Mitteilungen.
Olle Mann und olle Frau. Bei Hochzeiten in Gadow, Dossow, Zootzen, y, Friedrichsgüte (Kreis Ostpriegnitz), und zwar am ersten Hochzeitstage nach / dem Uoehzeitsmahl treten, immer zu zweien, di e Utkleja (anderwärts gesprochen Utkled a) auf, zwei jüngere Leute, Mann und Frau, die sich heimlich verkleiden und olle Mann und olle Frau heißen. „Sie sind verkleidet, als wenn sie von einer Reise kommen“, mit zerrissenem Zeug, recht armselig, p Er hat einen Bündel auf dem Rücken und einen Stock in der Hand, sie trägt einen KorEÜ Sie treten auf einmal in den Tanzsaal, sei es, daß im Hochzeitshause oder im Kruge getanzt wird. „Niemand kennt sie, niemand faßt sie an, und niemand, auch von den Hochzeitsgästen, spricht mit ihnen.“ Sie lassen sich auch nicht anfassen und geben sich nicht zu erkennen bis zuletzt. Sie tanzen ein paarmal herum und bleiben stumm. Siebekommen u zu essen und zu trinken und gehen unerkannt weg. Wenn sie cintretcn, / sagt man: „ Die Schosseekloppas,“ we il sie so abgerissen ausschcn wie die Steinklopfer an der Landstraße. Nach Mitteilungen Eingeborener.
W. v. Schulenburg.
Weihnachtsmänner und Weihnacbtsfrauen. In der Ostpriegnitz, in den Dörfern Gadow und Teetz kamen bis vor einigen Jahrzehnten sechs Weihnachtsmänner, nämlich die eigentlichen zwei Weihnachtsmänner, der 'C Schimmel, der Pelzbock, der Ilor und olle Wief. Sie zogen, begleitet von einem Schwarm Zuschauer, Kindern und Erwachsenen, durchs Dorf und traten zusammen hintereinander bei den Bauern in die Häuser, wo Kinder waren, aber nur wo man sie haben wollte, und blieben in der Stube eine viertel bis. eine halbe Stunde. Alle wurden von Männern dargestellt. Sie kamen drei bis vier Tage vor Weihnachten, wenn geschlachtet und gebacken wurde.
Die zwei Weihnachtsmänner hatten Masken vor und lange weiße Hemden an, d. h. diese übergezogen. Der eine einen hellgrauen langen Bart, auf dem Kopfe eine spitze Mütze von Papier, dies rot, grün und schwarz bemalt, „daß es bunt aussah.“ In der Hand hielt er eine Birkenrute und Klingel. Er klopfte an die Türe und fragte: „ob der Weihnachtsmann eintreten kann.“ Er trat zuerst in die Stube und ließ die Kinder beten. Diese beteten wie es ein jeder konnte, z. B. „Lobt Gott, Ihr Christen allzugleich“ u. d. Der zweite kam mit herein und stand hinter dem ersten. Er hatte eine Maske vor, aber keinen Bart daran, einen Korb mit Äpfeln, Nüssen, Pfefferkuchen, und teilte aus an die Kinder. Dann blieben sie stehen. Man sagte: „Dil küramt de Wiehnachtsmann!“
Der Schimmel kam gleich hinterdrein mit in die Stube hinein. „D?i kümmt de Schimmel“ hieß es. Der Mann saß fest an der Stange, die mit Riemen an ihn geschnallt war. Hinter ihm war ein geflochtenes Sieb aufrecht festgemacht. Am Ende der Stange war ein alter Pferdeschwanz, vorn