Heft 
(1910) 18
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AU- und Neu-Spandau.

Bericht Ober die Wanderfahrt nach Spandau am 9. Mal 1909. Von Pr. Gustav Al brecht.

PieBrandenbnrgia hielt ihre 4. (3. außerordentl.) Versammlung am Sonntag, dem 9. Mai 1909, im Ortsteil Nonnendamm und in Spandau ab.

Vom Bahnhof Fürstenbrunn begaben sich die zahlreich er­schienenen Mitglieder unter Leitung des Ingenieurs Dr. Thomaelen von der Firma Siemens & ITalske über die neue Fußgängerbrücke in das umfangreiche Gebiet der Elektrizitäts-Werke am Nonnendamm und unternahmen einen Rundgang durch die großartigen Fabrikanlagen der Siemens-Schukert-Werke und die neuen Straßenzüge des zu Spandau ge­hörigen Stadtteils Nonnendamm, der vom Märk. Bauverein mit an­sprechenden Wohnhäusern bebaut ist.

Nach den Ausführungen des Stadtbaurats Paul gehörte das Gelände am Nonnendamm, die sogenannten Nonnenwiesen, im Mittelalter dem Benediktiner-Nonnenkloster in Spandau und wurde später teils zum Kreise Osthavelland, teils zum Kreise Nieder-Barnim gelegt. Ein südöstlicher Abschnitt der Nonnenwiesen ging in den Besitz der Stadt Charlottenburg, der westliche in den der Stadt Spandau über. Im Jahre 1895 trat die Firma Siemens & Halske mit dem Charlottenburger Magistrat in Verhandlungen wegen Bebauung des am Nonnendamm zu Charlottenburg gehörigen Geländes. Die Firma ließ den Magistrat wissen, daß man aus­gedehnte Fabriketablissements dort zu errichten wünsche. Als der Magistrat die geforderten Erleichterungen für die Anbaufähigkeit jenes Gebietes nicht gewährte, begab sich die Firma, die auf eigene Kosten die erforderliche Kanalisation nicht hersteilen mochte, auf das zu Spandau gehörige Nachbargebiet und errichtete dort drei Fabriken, nachdem der Magistrat von Spandau den Wünschen der Firma in jeder Weise entgegengekommen war. Spandau hatte dadurch eine hervorragende Steuerzahlerin erhalten, die jährlich dort an 200,000 M. zu entrichten hat. Im Jahre 1905 hat die Firma einen Vertrag über die Anlage einer 5 km langen Straßenbahn vom Nonnendamm nach Spandau abge­schlossen, die am 1. Oktober 1908 eröffnet worden ist. Zweiggleise führen von der Straßenbahn nach den an der Spree belegenen Industriestätten

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