Heft 
(1910) 18
Seite
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Bücberbesprechungen.

Vorgeschichtliche Gräber. Bei einer Wanderung auf der Ostseite des ScharmUtzel8ees (6. 10. 1909) sah ich links am sandigen Landwege, der von Radiow südwärts führt, im Kiefernwald neuerdings ausgegrabene Steine, an verschiedenen Stellen aber nahe bei einander liegend, die auf mehrere Gräber hinzudeuten schienen. Scherben bemerkte ich nicht. Weiterhin dann, rechts, also westlich vom Wege, auf einem gelichteten Waldstück lagen wiederum Steine. Hier fanden sich im Sandboden die Scherben zerschlagener Gefäße, manche mit eingerieftem Strichmuster, und Leichenbrand. Es waren eine Anzahl Gräber blosgelegt. Nicht weit ab von diesem Wege, östlich, zieht sich dieChaussee hin. Nach etwa 200 Schritt traf ich dort auf den Stein 16,2. Damit bestimmt sich die Lage der Stelle. Wahrscheinlich sind in der dortigen Gegend noch mehr Gräber vorhanden. Wie mir aisdann der Altsitzer Wulf in Radiow als Augenzeuge mitteilte, wurden vor 56 Jahren Urnen undAsche (d. h. Knochenreste vom Leichenbrand) ge­funden auf dem Landstück, genannt die Struu ße. Dieses gehört zur Feld­mark von Radiow (Kreis Beeskow-Storkow). "Ebenso wurden vormals Gefäße undAsche gefundenbeim Kirchhof von Diensdorf (Kreis Beeskow- Storkow). Auch noch an einer dritten Stelle, auf Radlowschem, sollen solche in der Erde gewesen sein. W. v. Schulenburg.

Bücherbesprechungen.

Chronik des Dorfes Altenplathow von Friedrich Wernicke, Haupt­lehrer a. D. in Altenplathow. München 1909. Druck von F. Bruckmaun A.-G.

Dieses Buch hat auch für uns Interesse, weil das Dorf in der Altmark liegt und zwar auf der Grenze zwischen dem Erzbistum Magdeburg und der Markgrafschaft Brandenburg: heute geht an seiner Südgrenze der Plauesche Kanal vorüber. Der erste Abschnitt behandelt die Burg Plotho und der zweite das Dorf. Die ersten Besitzer der Burg waren die Plothos, darauf folgten andere Geschlechter, die auch in der benachbarten Mark, oder in der Altmark begütert waren, wie die Bredows. Diese Blätter handeln von ununterbrochenem Streit und Kampf. Der zweite Abschnitt ist der friedlichen Kulturarbeit gewidmet. Von den Gebräuchen aus alter Zeit hat sich nur wenig erhalten. Das Buch ist mit Bildern und Karten reichlich ausgestattet. Aus dem Verzeichnis der heutigen Bewohner ergibt sich, daß der Kanal die ausschlaggebende Rolle spielt, denn ein großer Teil der Bewohner ist Schiffer. Das Buch zeugt von großem Fleiß in der Benutzung der Quellen.

Zache.

Für die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Ciistriner Platz 9. Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.

Druck von P. Stankiewicz Buchdruckerei, Berlin, Bernburgerstr. 14.