Heft 
(1910) 18
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11$. (10. autSeronltiitlichei Versammlung des Will. Vereinsjnhres.

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habe ich nachgewiesen. Es soll mich freuen, wenn ich recht viele unter Ihnen von der Richtigkeit meiner Gründe überzeugt hatte, und wenn sich in der hochansehnlichen Versammlung recht viele einflußreiche Kräfte fänden, die solche Regelungen bekämpfen helfen.

13. (10. ausserordentliche) Versammlung des XVIII Vereinsjahres

Sonntag, den 3. Oktober 1904.

Wanderfahrt nach Gransee.

Am gedachten Tage besuchten etwa GO Mitglieder und Freunde der Brandenburg!» unter fjoitung des ersten Vorsitzenden, des Geheimen Regierungsrats Herrn Friedei, die gut märkische Stadt Gransee. Herr Bürgermeister Reue begrüßte die Gäste im Namen der Städtischen Behörden und des Verschönerungsvereins und führte sie zunächst vom Zehdenicker, dem ehemaligen .Johannistor, südwärts an der 4330 40 aus Feldsteinen aufgebauten Stadtmauer entlang bis zum Ruppiner Tor. Die Feldsteinmauer ist gerade auf der Südseite der Stadt, obwohl an einigen Stellen, z. B. amVogelsang, Durchbrüche erfolgt sind, noch recht gut erhalten; doch ist sie nicht durch und durch massiv gemauert, sondern ein sogenannter Kastenbau, wie die Wände vieler alter Kirchen (z. B. der Wunderblutkirche in Wilsnack), bei denen man nur die Außen- und Innenschicht gemauert, den Zwischenraum aber mit Steingeröll ohne Mörtel gefüllt hat. Von den Weichhäusern sind noch 35 vorhanden, Wall und Graben aber bereits zu Anfang des 18. Jahrhunderts ein­geebnet und die dadurch gewonnene Fläche in Gärten umgewandelt worden. Auch das Zehdeniker Tor ist seit 1834 als Bauwerk nicht mehr vorhanden; dagegen bildet das Ruppiner im Westen noch heut einen besonderen Schmuck der Stadt. Es ist ein viereckiger Backstein­bau mit spitzbogiger Durchfahrt und einer darüber aufsteigenden Spitz­bogennische für das Fallgitter (Westseite) und mit reich verzierten gotischen Giebeln und gehört zu den sogenanntenWaldemartoren. Wie die Sage erzäht, ließ Markgraf Ludwig der Römer dasselbe zu­mauern, weil der falsche Waldemar 1348 hindurchgezogen war.Ver­mauerte Tore gab es nach Th. Fontane noch in Kyritz, Wittstock, Wusterhausen, Soldiu, Friedeberg, Mohrin, Berlincheu, Königsberg, Landsberg an der Warte, Bernau, Fürstenwalde und Mittenwalde er hätte auch Lyclien noch hinzufügen können. Fontane hält die Tore für Erneuerungsbauten, die man aufführte, um einen neuen Baustil