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13. (10. außerordentliche) Vereammlnn-f des Will VereinsjahreH,
1(531 Tillys Mordbrenner, 133(5 die Schweden von Wittstock her, und 1(538 zerstörte Clani Gallas im Kreise 28 Dörfer und das Städtchen Wildberg, 1040 kamen dieselben Unmenschen wieder und erchossen bei dieser Gelegenheit die Bürgersöhne Rautenberg, Schramm und Kreutz- gang, die sich ihnen hei der Plünderung entgegengestellt hatten. Unter dem Grollen Kurfürsten wurden Neuholland, Neulögow, Lüdersdorf, Vielitz und Pfalzheim durch reformierte Holländer, Schweizer und Pfälzer neu besiedelt. 1658 lag hier mehrere Monate lang eine Kompagnie des Regiments Derfflinger. Infolge der Plünderungen durch die Schweden 1(575 waren die Bewohner von Gransee so verarmt, daß sie nur 1 ^ der geforderten Kriegssteuer aufbringen konnten. 1(585 wunderten hier die Hugenotten ein, und noch heute finden wir in der Stadt und ihrer Umgebung viele französische Namen. 1631 folgten reformierte Schweizer in Glambeck, Klosterheide, Vielitz, Königstüdt, Lüdersdorf und Schulzendorf. 14 Dörfer erstanden neu aus Schutt und Asche. Doch wurden in Gransee am 19. Juni 1711 in 2 Stunden 268 Häuser, die beiden Kirchen, sowie das Rathaus ein Raub der Flammen. Den verarmten Bewohnern wurde auf (5 Jahre Accise- und Schoßgeld-Freiheit und auf 10 Jahre Befreiung von Eimpiartierungslasten gewährt. Auf Befehl Friedrich Wilhelms I. wmrden 1722 die letzten Brandstellen wieder bebaut. Für den Kirchenbau lieferte eine Kollekte in den Ortschaften der Umgegend Zuschüsse. Von 1728 ab erhielt die Stadt, die damals 1200 Einwohner zählte, eine militärische Besetzung durch das Regiment Mal- schitzky. Friedrich der Große ließ im Kreise 29 Dörfer, 18 Vorwerke, 3 Glashütten und 4 Meiereien mit 4459 Kolonisten besiedeln, so 1753 Hindenberg (Ziegelei), 1754 Köpernitz, Globsow, Groß-Woltersdorf, 1755 Seilershof, 1756 Kelkendorf, 1759 Mariental und Ludwigsaue. Auch der Polzow-Kanal wurde damals angelegt. 1758 fielen die Schweden unter Hamilton hier ein; Gransee mußte 800 Taler Kontribution zahlen und 50 Schlachtrinder liefern. Durch dis Tuchmacherinnung blühte jedoch die Stadt wieder empor; im Kloster wurde ein stattliches Wollmagazin angelegt und aus diesem den Tuchmachern Wolle auf Kredit geliefert. Sie setzten 1796 für 159 483 Taler Montierungsstofte um und schickten noch für 1235 Taler ins Ausland. Es waren damals 42 Meister dieses Gewerbes in Gransee ansässig, daneben 24 Leinw'eber. In den Notstandsjahren 1806 7 mußte die Stadt für die preußischen Truppen liefern: 6 Wispel 8 Scheffel Roggen, 11 Wispel 21 Scheffel Hafer, 67 Zentner lleu und 4 Schock Stroh. In der Nacht zum 27. Oktober erschienen hier die ersten Franzosen und nahmen 10 preußische Dragoner gefangen. Am 28. folgten 400 französische Husaren und 3 Kavallerie-Regimenter vom Korps Bernadotte; Gransee mußte ihnen 1437 Taler Kontribution zahlen und später 9 Kompagnien Infanterie in Standquartier nehmen. Die schwersten Tage kamen für Grausee in der Zeit von 1807 bis zum